Das Internationale Bauhaus-Kolloquium in Weimar 1976–2019

Ein Beitrag zur Wiederaneignung des Bauhauses

Das Internationale Bauhaus-Kolloquium der Bauhaus-Universität Weimar ist heute eine renommierte internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Theorie und Geschichte der Architektur mit besonderem Hinblick auf die Geschichte des Bauhauses und seiner Wirkungsgeschichte.

Das Kolloquium wurde 1976 etabliert, um die Rekonstruktion des Bauhaus-Gebäudes in Dessau – eine Initiative, die ganz wesentlich von Architekten und Professoren an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar vorbereitet und begleitet wurde – zu feiern. Sowohl die Wiedereröffnung des Bauhaus-Gebäudes in Dessau, als auch die Einladung internationaler Gäste aus Ost und West nach Weimar, markierte einen wichtigen Moment in der Ende der 1970er Jahre langsam einsetzenden Bauhaus-Rezeption der ehemaligen DDR. Diese Treffen in Weimar, die etwa alle drei bis vier Jahre mit Forschern, Theoretikern, Künstlern, Architekten und früheren Mitgliedern des Bauhauses stattfanden, testeten in ihren Vorträgen und Äußerungen, was unter den damaligen politischen Verhältnissen gesagt werden durfte und was man über den Verbleib der Objekte und Personen des Bauhauses, sowie über Sammlungs- und Denkmalschutzinitiativen wusste.

In den 1960er Jahren, als das Bauhaus in der DDR noch ein Tabu war, verlief die Diskussion an der Hochschule für Architektur und Bauwesen (HAB) Weimar über die Aufarbeitung der Bauhaus-Geschichte in zwei Richtungen. In Dessau wurden praktische Arbeiten zur Erhaltung des architektonischen Erbes des Bauhauses unternommen, während in Weimar die wissenschaftliche Bewertung der hundertjährigen Geschichte der Universität langsam begann. Die ohnehin schon komplexe Geschichte des Staatlichen Bauhauses in Weimar zwischen 1919 und 1925 ließ sich nicht ohne die Geschichte seiner Nachfolgeeinrichtungen erforschen und erzählen. Nach dem Wegzug des Staatlichen Bauhauses nach Dessau übernahm 1926 der sozialdemokratisch gesinnte Direktor Otto Bartning die Leitung der Staatlichen Akademie für Handwerk und Architektur, die jedoch 1930 unter dem nationalsozialistischen Druck zur Schließung gezwungen wurde. Ihr folgte 1930 die Staatliche Akademie für Architektur, Bildende Kunst und Kunsthandwerk in Weimar unter der Leitung des Nationalsozialisten Paul Schultze-Naumburg, der bis 1945 die Schule auf die nationalsozialistische Kulturpolitik ausrichtete. Nach dem Krieg fand die 1946 neugegründete Hochschule für Baukunst und Bildende Künste unter der stalinistischen Politik der sowjetischen Besatzungszone und später in der jungen DDR keinen Weg zur Aufarbeitung und Beschäftigung mit der Geschichte des Bauhauses. Es sollte noch einige Jahre dauern, bis sich an der 1954 gegründeten Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar (HAB), unter anderem auch durch Lehr-und Forschungsprojekte von Dozenten, die ehemals am Bauhaus studierten hatten, ein öffentlicheres Interesse an der Bauhaus-Geschichte entwickelte.

Erst in den frühen 1970er Jahren etablierte sich in der DDR die Bauhaus-Geschichte als Forschungsfeld und Erbe. Das wiederkehrende Internationale Bauhaus-Kolloquium in Weimar, das als akademische Veranstaltung aus Anlass der Wiederherstellung des Bauhaus-Gebäudes in Dessau und mit dem Ziel die Geschichte des Bauhauses an der HAB zu reflektieren, eingerichtet wurde, war ein Ergebnis dieses Prozesses und trug auch in den folgenden Jahren zur Rezeption des Bauhauses sowohl in der DDR und den damals sozialistischen Ländern als auch in den westlichen Staaten bei.

Über diese Webseite

Diese Webseite zur Geschichte des Internationalen Bauhaus-Kolloquiums geht auf eine von Prof. Dr. Ines Weizman, Dr. Norbert Korrek und Dr. Christiane Wolf kuratierte Ausstellung zum XIII. Internationalen Bauhaus-Kolloquium im Jahr 2016 zurück. Dieses von Ines Weizman unter dem Titel ›Dust and Data‹ organisierte Bauhaus-Kolloquium reflektierte sowohl die Geschichte des Bauhauses an den ursprünglichen Wirkungsstätten Weimar, Dessau und Berlin und die Geschichte seiner internationalen Rezeption und Migration, als auch das vierzigjährige Jubiläum der Konferenz. Das Bauhaus-Kolloquium, das durch seine Geschichte inzwischen selbst zu einer historiographischen Institution, einem Barometer in einer sich verändernden politischen und kulturellen Landschaft geworden ist, wurde zum Anlass genommen, über neue Methoden der Geschichtsschreibung und der Produktion und Analyse von Architektur nachzudenken. Die 2019 im Verlag Spector Books Leipzig erschienene Publikation „Dust & Data. Traces of the Bauhaus across 100 Years” präsentiert und vertieft das Spektrum der Aufsätze und Präsentationen dieses Kolloquiums und der Ausstellung zu seiner vierzigjährigen Geschichte.

Die Ausstellung „Das Internationale Bauhaus-Kolloquium in Weimar 1976 bis 2016: Ein Beitrag zur Bauhaus-Rezeption“ im Hauptgebäude der Bauhaus-Universität bestand aus zwei Teilen. Der von Norbert Korrek und Christiane Wolf verfasste »Prolog« dokumentierte die Diskussionen um das Erbe des Bauhauses in den 1960er und 1970er Jahren an der HAB und behandelte die Vernetzung zwischen dem Bauhaus Dessau und der HAB und den praktischen und akademischen Beitrag ihrer Architekturabteilung bei der Renovierung des Bauhaus-Gebäudes in Dessau.

Der zweite Teil der Ausstellung »Entwicklung« zur Geschichte des Internationalen Bauhaus-Kolloquiums, der hier als Webseite noch einmal vorgestellt wird, entstand in einem Lehr- und Forschungsprojekt in Zusammenarbeit zwischen den Kuratoren und Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar und dem Centre for Documentary Architecture (CDA), das die Interviews und filmische Dokumentation der Forschungsarbeiten betreute. Dokumente, Fotos und Gespräche mit Veranstaltern, Referenten und Gästen zeigen die vierzigjährige Geschichte dieser prestigeträchtigen Konferenz als historiographische Institution. Vor der politischen Wende von 1989 war das Kolloquium ein Ort, an dem Redner die nun offiziell befürwortete Bauhausrezeption nutzten, um unter einem langsam schmelzenden autoritären Regime die wachsenden Grenzen des Sagbaren zu testen. Nach 1989 blieb es ein akademisches Forum, in dem Wissen über den Verbleib von Objekten und Akteuren des Bauhauses oder über Archivierungs- und Erhaltungsinitiativen sowie Fragen zur Geschichte und Theorie der Architektur und ihrer Verbindung zur Politik diskutiert und vermittelt wurde.
Interviews mit ehemaligen Organisatoren und Gästen, die von Studierenden unter der Leitung von Ines Weizman und Norbert Korrek geführt und vom CDA übersetzt, bearbeitet und produziert wurden, dokumentieren diese komplexe Geschichte und Bedeutung der Konferenz.

Wir möchten herzlichst unseren Interviewpartnern für ihre Stellungnahmen, die Bereitstellung Ihrer Forschungsmaterialien und die Genehmigung zur Publikation danken. Professor Alfred Grazioli verstarb leider im Frühjahr 2018. Wir danken seiner Familie für die freundliche Genehmigung zur Publikation.
Besonderer Dank gilt Dr. Norbert Korrek, der bis 2013 die Organisation der Bauhaus-Kolloquien, zunächst in Zusammenarbeit mit Prof. em. Dr. Christian Schädlich und später mit den Professoren des Lehrstuhls Theorie und Geschichte der modernen Architektur an der Bauhaus-Universität Weimar begleitet hat und somit ein enormes Wissen zur Universitätsgeschichte und zur Geschichte des Bauhaus-Kolloquiums beitragen konnte. Weiterer besonderer Dank gilt Frau Dr. Christiane Wolf, Leiterin des Archivs der Moderne, und ihren Mitarbeiter/innen sowie den Mitarbeiter/innen des Universitätsarchivs der Bauhaus-Universität Weimar, die die Forschung freundlich unterstützt und die Reproduktion von Bild- und Quellenmaterial genehmigt haben.

Mitwirkende

Webseite
Projektleitung
  • Ines Weizman
Gestaltung und Umsetzung Webseite
Ausstellung „Das Internationale Bauhaus-Kolloquium in Weimar 1976 bis 2016: Ein Beitrag zur Bauhaus-Rezeption. Entwicklung“, 2016
Kuration
  • Ines Weizman
Gestaltung Ausstellung
Ausstellungsarchitektur
  • Simon Heidenreich
Koordination Ausstellungsproduktion
  • Anna Luise Schubert
Übersetzung
  • Zsófia Kelm
  • Claire Seringhaus
  • Lena Laine
  • David Keogh
Filmediting und Produktion
  • Centre for Documentary Architecture
Produktionsleitung Film
  • Ines Weizman
  • Wolfram Höhne
Regie und Aufnahme Interviews
  • 
Lena Laine
  • 
David Keogh
  • Annika Eheim
  • Adrienne Michels
Schnitt Interviews
  • Lena Laine
  • Sonja Kettel
Fotorecherche und Zusammenstellung der Fotoalben

  • Anna Luise Schubert
Bearbeitung Film Rundfunkarchiv
  • Markus Schlaffke
Vorstudie der Studierenden im Projekt „Staub, Patina, Zelluloid. Rekonstruktionen der Moderne in Bild, Architektur und Film.“, Wintersemester 2015/16, betreut durch Ines Weizman, Norbert Korrek, Christiane Wolf, Wolfram Höhne, Markus Schlaffke, Volkmar Umlauft
  • Lena Laine
  • David Keogh
  • Annika Eheim
  • Adrienne Michels
  • Hanna Jaakonmäki
  • Ji Luo
  • Benoit Margez
  • Zongbin Yang
  • Li Yuanguan
Für die Gespräche danken wir:
  • Hilde Barz-Malfatti
  • Marco De Michelis
  • Bruno Flierl
  • Chup Friemert
  • Alfred Grazioli
  • Peter Hahn
  • Karl-Heinz Hüter
  • Charles Jencks
  • Norbert Korrek
  • Michael Müller
  • Christian Schädlich
  • Michael Siebenbrodt
  • Wolfgang Thöner
  • Olaf Weber
  • Karin Wilhelm
  • Gerd Zimmermann
Unser Dank gilt auch:
  • Christiane Wolf (Archiv der Moderne/ Universitätsarchiv Weimar)
  • Achim Kunze (Archiv der Moderne/ Universitätsarchiv Weimar)
  • Petra Goertz (Archiv der Moderne/ Universitätsarchiv Weimar)
  • Archiv der Stiftung Bauhaus Dessau
  • Bauhaus-Archiv Berlin
Dank für die Genehmigung der Reproduktion von Fotografien an:

  • Claus Bach
  • Tobias Adam
  • Jens Hauspurg
  • Roemer van Toorn
  • Addison Godel
  • Günter Höhne
  • Archiv der Moderne/ Universitätsarchiv Weimar
Das Projekt wurde gefördert durch:
  • Bauhaus100, Bauhaus-Universität Weimar
  • Kreativfonds, Bauhaus-Universität Weimar
  • Frauenförderfonds, Bauhaus-Universität Weimar Bauhaus-Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung
  • Archiv der Moderne/ Universitätsarchiv Weimar
  • Centre for Documentary Architecture

Literatur

Bernd Grönwald, “Kulturpolitische Bedeutung und gesellschaftliche Wirkung der Pflege und Aneignung des Bauhauserbes in der DDR”, in Wissenschaftliche Zeitschrift Hochschule für Architektur und Bauwesen, Weimar 4/5, 1979, 309–312

Harald Kegler, “Wiederholung als Chance: Die Bauhaus-Kolloquien in Weimar und Dessau”, in Städtebau-Debatten in der DDR: Verborgene Reformdiskurse, hrsg. Christoph Bernhardt, Theater der Zeit, 2012, 163–176

Rixt Hoekstra, “Thinking about the Bauhaus from the Other Side: The History of the Bauhaus Kolloquium in Communist Germany”, in Studies in History and Theory of Architecture 1, 2013, 90–104, 91–102

Norbert Korrek, “‘Architektur und Macht’: Podiumdiskussion zum 6. Internationalen Bauhaus-Kolloquium Weimar 1992”, in Wirklichkeitsexperimente: Architekturtheorie und praktische Ästhetik; Festschrift zum 60. Geburtstag von Gerd Zimmerman, hrsg. Jörg H. Gleiter, Norbert Korrek et al., Verlag der Bauhaus-Universität Weimar, 2006, 221–277

Norbert Korrek, “Zur Bauhaus-Rezeption an der Weimarer Hochschule von 1945–1979”, in Wir sind, wir wollen, wir schaffen: Von der Grossherzoglichen Kunstschule zur Bauhaus Universität Weimar 1860–2010, Vol. II, hrsg. Frank Simon-Ritz, Klaus Jürgen Winkler, Gerd Zimmerman, Verlag der Bauhaus-Universität Weimar, 2012, 177–227

Norbert Korrek, Christiane Wolf, Das internationale Bauhaus-Kolloquium in Weimar 1976 bis 2016: Ein Beitrag zur Bauhaus-Rezeption; Dokumentation, Ausstellungsteil, Prolog, Verlag der Bauhaus-Universität Weimar, 2016

Ines Weizman, Dust & Data. Traces of the Bauhaus across 100 Years, Spector Books, 2019

1976

Wissenschaftliches Kolloquium 27.–29. Oktober

50 Jahre Bauhaus Dessau

Prof. Dr. Christian Schädlich
Leiter des Kolloquiums

Anlässlich des 50. Jahrestages der Eröffnung des Bauhauses Dessau luden die Hochschule für Architektur und Bauwesen (HAB) Weimar, die Bauakademie der DDR und die Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein zum Wissenschaftlichen Kolloquium vom 27.-29. Oktober 1976 nach Weimar ein. Die Konzeption für das Kolloquium erfolgte unter der Direktion von Christian Schädlich. Unter den Teilnehmern waren sowohl ehemalige Angehörige des Bauhauses, Wissenschaftler der DDR-Bauhausforschung, sowie prominente ausländische Gäste wie Max Bill, Edmund Goldzamt, Edith Horváth, Claude Schnaidt, Francesco Dal Co und Marco De Michelis. Begleitet wurde das Kolloquium von einer Ausstellung zum Werk des zweiten Bauhaus-Direktors Hannes Meyer, für die Lena Meyer-Bergner der Hochschule zahlreiche Dokumente überlassen hatte.
Das erste wissenschaftliche Kolloquium an der Weimarer Hochschule sollte die wissenschaftliche Bearbeitung der Bauhausforschung begleiten. Zur Vorbereitung weiterer Kolloquien, Ausstellungen und Forschungsprojekte wurde im Nachgang des Kolloquiums ein Ständiger Arbeitskreis unter der Leitung von Christian Schädlich eingerichtet, der sich mit der Aufgabe der Aufarbeitung des Bauhauserbes beschäftigen sollte. Das Kolloquium wurde damit ein zentrales Forum für die nationale und internationale Bauhausforschung in der DDR.

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50 Years Bauhaus Dessau

Prof. Dr. Christian Schädlich
Director of the Colloquium

On the occasion of the 50th anniversary of the opening of the Bauhaus Dessau, the “Hochschule für Architektur und Bauwesen” (HAB) Weimar, together with the “Bauakademie” of the GDR and the “Hochschule für Industrielle Formgestaltung” Halle, Burg Giebichenstein, organized a scientific colloquium from October 27-29, 1976 in Weimar. Among those present were former members of the Bauhaus, researchers of GDR-Bauhaus studies, as well as famous foreign guests such as Max Bill, Edmund Goldzamt, Edith Horváth, Claude Schnaidt, Francesco Dal Co, and Marco De Michelis. The colloquium was accompanied by an exhibition about the work of the second Bauhaus director, Hannes Meyer, as Lena Meyer-Bergner had provided numerous documents to the university.
The first scientific colloquium about the Bauhaus at the Weimarer Hochschule clarified, also on an international level, the directional change in the cultural politics of the GDR, which was paralleled by the historical analysis of Bauhaus heritage. It also laid the foundations for the HAB as the centre of Bauhaus research in the GDR.
In this context, in order to prepare for further colloquia, exhibitions and research projects, a permanent working group for Bauhaus research was established, which had the task to concentrate on Bauhaus research. As such die colloquium will become a central forum for national and international Bauhaus research in the GDR.

Programm des I. Wissenschaftlichen Kolloquiums

Wiedereröffnung des Bauhausgebäudes Dessau 4. Dezember 1976

Fünfzig Jahre nach der feierlichen Eröffnung des Bauhausgebäudes als neue Wirkungsstätte der Hochschule für Gestaltung am 4. Dezember 1926 wurde das Gebäude in Dessau nach einer umfangreichen Renovierung wiederöffnet. (Im Prolog dieser Ausstellung wird auf die Vorgeschichte detaillierter eingegangen.)
Interessant ist hier der Umstand, dass das erste wissenschaftliche Kolloquium in Weimar einige Wochen vor der Wiedereröffnung des Bauhauses Dessau stattfand. In Vorträgen von Bernd Grönwald, Adalbert Behr, Hans Berger wurde die Rekonstruktion des Bauhausgebäudes in Dessau angesprochen, doch wurde noch keine genauere offizielle Positionierung zur historiographischen Einordnung und Aufarbeitung des „Bauhaus-Erbes“ in der DDR formuliert. Die gewisse Unsicherheit in der Neuausrichtung der Kulturpolitik der DDR zeigt sich in der Ausgestaltung des Programms zur Wiederöffnungsfeier in Dessau. Der westdeutsche Journalist Manfred Sack beschrieb in seinem Artikel in der ZEIT vom 10. Dezember 1976 die Eröffnungsfeier im Bauhausgebäude Dessau als „Feier ohne Fest“. Während die Eröffnung des Bauhauses am 4. Dezember 1926, an der fast tausend Gäste teilnahmen und dessen Feierlichkeiten bis in die Morgenstunden dauerte, von Bauhäuslern als „rauschendes Fest“ erinnert wurde, war die Jubiläumsfeier fünfzig Jahre später für den Journalisten eine „bitter- und bierernste Staatsaktion“. Er schrieb: „Und das Kammerorchester auf der Bühne geigte auch nicht, was Musiker der Zeit wie Paul Hindemith und Kurt Weill, Bartók oder Eisler zur Bauhaus-Zeit hervorgebracht haben, sondern etwas Bach und etwas Händel. (...) Es war kein Bauhaus-Fest wie es die Bauhäusler immer so träumerisch erzählt hatten – diesmal blieb das Bauhaus abends dunkel, das Volk zu Hause, während die 120 Prominenten im Hotel Stadt Dessau schlemmten, was morgens zwei Lieferwagen in versiegelten Kästen gebracht hatten.“

„Als 1976 dieses ‚WKZ‘, dieses ‚Wissenschaftlich Kulturelle Zentrum‘ im Bauhaus-Dessau gegründet wurde, da waren viele ehemalige Bauhaus-Studierende aus Ost, aber auch aus West hier vereint. Die waren jetzt fast nun schon im Rentenalter und kamen wieder zusammen. Die aus Ostdeutschland haben sich nun besonders gefreut, dass ihrem Bauhaus endlich wieder eine positive Rolle zugeschrieben wurde. Da war also Richard Paulick neben Max Bill, neben Franz Ehrlich, neben Marianne Brandt und vielen anderen ... Und das Bauhaus in Dessau wurde wieder zu einem Ort, wo sich unter anderem die ehemaligen Studierenden vom Bauhaus und auch die Lehrenden, sofern sie noch lebten, trafen. Dies geschah in enger Verwandtschaft natürlich mit den damals auch 1976 ins Leben gerufenen Bauhaus-Kolloquien von Weimar. Dessau war dann immer mit eine Station auf den Veranstaltungen die da bei dieser mehrtätigen Veranstaltungen stattfand.“

Wolfgang Thöner im Gespräch mit Adrienne Michelsen, 2016

“In 1976, when this so-called ‘WKZ’, the ‘Wissenschaftlich Kulturelle Zentrum’ at the Bauhaus Dessau was founded, many former Bauhaus students from the East and also the West joined together there. Most were almost already retirement age, and they all came together. The ones from East Germany were particularly happy that their Bauhaus was finally perceived in a positive way, and there are beautiful photos, where you can see them. There was Richard Paulick next to Max Bill, next to Franz Ehrlich, next to Marianne Brandt, and many others. And so the Bauhaus in Dessau became a place, where, among others, former Bauhaus students and also teachers – if they were still alive – met, made close relationships, as you’ve already heard in other interviews, along with the Bauhaus colloquia in Weimar, which began in 1976. So Dessau was then one stop in a series of events that lasted for several days.”

Wolfgang Thöner in conversation with Adrienne Michelsen, 2016

Re-Opening of the Bauhaus Building Dessau 4th December 1976

Fifty years after the official opening ceremony of the Bauhaus building on December 4, 1926 that inaugurated the new workplace of the Hochschule für Gestaltung, the building was reopened after extensive renovations. (In the Prologue of this exhibition the backstory of the renovation is presented in more detail.) It is interesting to note that the first colloquium in Weimar took place a few weeks before the reopening of the Bauhaus Dessau. In their lectures, Bernd Grönwald, Adalbert Behr and Hans Berger all made reference to the reconstruction of the Bauhaus building in Dessau, but no official standpoint was yet taken on the historiographical classification and reworking of “Bauhaus heritage” in the GDR.
The uncertainty about the recent re-orientation of GDR cultural policy is reflected in the structure of the program for the Dessau reopening ceremony. In his article, published in the ZEIT on December 10, 1976, the West-German journalist Manfred Sack called the opening ceremony in the Bauhaus building Dessau a “party without celebration”. He compares the “fabulous party” for the opening of the Bauhaus on December 4, 1926, which lasted until the morning hours, with the jubilee celebration fifty years later. He describes the celebrations as a “bitter and deadly serious act of state”: “And the chamber orchestra on stage also did’t play anything that musicians like Paul Hindemith and Kurt Weill, Bartók or Eisler had produced at the time of the Bauhaus, but rather some Bach and some Händel. (...) It was not a Bauhaus party like those that the Bauhäusler always spoke of so dreamily, this time, the Bauhaus remained dark in the evening. People stayed home while the 120 celebrities were in the Hotel Stadt Dessau, feasting on what two delivery vans had brought in sealed boxes that morning.”

1979

II. Bauhaus-Kolloquium 27.–29. Juni

60 Jahre Gründung des Bauhauses

Prof. Dr. Christian Schädlich
Leiter des Kolloquiums

Die Tradition der Internationalen Bauhaus-Kolloquien, die bis heute als wissenschaftliche Konferenzen Bestand haben, wurde gewissermaßen durch das zweite Bauhaus-Kolloquium begründet. Anlässlich des 60. Jahrestages der Eröffnung des Bauhauses richtete sich das Kolloquium stärker auf die Erforschung der Geschichte des Bauhauses aus. So behandelte Bernd Grönwalds Vortrag die Bedeutung der Pflege des Bauhauserbes in der DDR und Christian Schädlich verfasste eine Abhandlung zur Geschichte des Weimarer Bauhauses. Unter den Teilnehmern waren auch ehemaligen Bauhausangehörige sowie internationale Wissenschaftler. Zum ersten Mal war auch das Bauhaus-Archiv Berlin durch seinen Direktor Hans Maria Wingler und Peter Hahn vertreten. Die Ausstellung mit dem Titel Bauhaus 1919-1933, welche gemeinsam mit den Kunstsammlungen zu Weimar kuratiert und in der Kunsthalle am Theaterplatz eröffnet wurde, begleitete das wissenschaftliche Programm. Sie ermöglichte zum ersten Mal in der Geschichte der DDR, historische Standorte sowie die künstlerischen und pädagogischen Leistungen des Bauhauses einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Weimarer Hochschule versuchte durch dieses Kolloquium und die dazugehörigen Ausstellung an die internationale Bauhausforschung anknüpfen und ein eigenständiges Geschichtsbild vom Bauhaus zu entwickeln.

© Archiv der Moderne #IBHK1979/POSTER
© Archiv der Moderne
Plakat der Bauhaus-Ausstellung 1979, Gestaltung: Günther Herfurth, Archiv der Moderne der Bauhaus-Universität Weimar
„Das Bauhaus-Kolloquium war schon interessant, weil die letzten Bauhäusler noch einmal kamen. Max Bill war da, Lena Meyer-Bergner, die Frau von Hannes Meyer war auch da. Georg Muche war da, er lebte noch und es gab die ersten Vertreter der Freunde der Hochschule für Architektur und Bauwesen im Ausland: Claude Schnaidt, der Schweizer-Franzose, der Autor des ersten monographischen Buches über Hannes Meyer. Jonas Geist gehörte noch nicht zum Freundeskreis, er kam später. Aber z.B. Edmund Goldzamt aus Polen war da. Da fing aber eine Freundschaft an, die für mich immer wichtiger wurde.“

Marco De Michelis im Gespräch mit Lena Laine, 2016

“The Bauhaus Colloquium was quite interesting, because the last Bauhäusler joined once again. Max Bill was there, Lena Meyer-Bergner, Hannes Meyer’s wife was also there. Georg Muche was there, he was still alive, and also the first representatives of the friends of the Hochschule für Architektur und Bauwesen came from abroad: Claude Schnaidt, the Swiss-Frenchman, the author of the first study about Hannes Meyer. Jonas Geist didn’t belong to that circle of friends; he came later. But, for example, Edmund Goldzamt from Poland was there, so it was quite interesting. And there began a friendship that became more and more important for me.”

Marco De Michelis in conversation with Lena Laine, 2016

Fotoalbum Kolloquiums 1979 Download PDF (6,97 MB)

60 Years Foundation of Bauhaus

Prof. Dr. Christian Schädlich
Director of the Colloquium

The tradition of the International Bauhaus-Colloquia, which continue as academic conferences to this day, was, to a certain degree, established during the second Bauhaus-Colloquium. On the occasion of the 60th anniversary of the opening of the Bauhaus, the colloquium tasked itself more specifically to research the history of the Bauhaus. Bernd Grönwald’s presentation dealt with the significance of maintenance of Bauhaus heritage in the GDR, and Christian Schädlich wrote an essay about the history of the Bauhaus in Weimar, which was presented in public for the first time, and made available to all participants. Former Bauhaus members and international researchers were among the participants. And for the first time, the Berlin Bauhaus archive was present, represented by its director Hans Maria Wingler and Peter Hahn. An exhibition titled Bauhaus 1919-1933, which was curated together with the Kunstsammlungen zu Weimar and inaugurated in the Kunsthalle at Theaterplatz, accompanied the conference program. For the first time in the GDR, the historical sites of the Bauhaus, as well as its artistic and educational achievements, were presented to the broader public. Through the colloquium and associated exhibition, the Weimarer Hochschule aimed to connect with international Bauhaus research and to develop an independent historical view of the Bauhaus.

Programm des II. Bauhaus-Kolloquiums

„Geschichte vor Ort ...“

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29:55
„Geschichte vor Ort ...“

Eine Produktion des Fernsehenes der DDR, vom 1. Dezember 1979. Regie von Eberhard Teichgräber

© Deutsches Rundfunkarchiv, Frankfurt/ Main
Übersetzung und Untertitel von Markus Schlaffke und Ines Weizman

„Geschichte vor Ort ...“

A production of the Television of the GDR, 1979 Directed by Eberhard Teichgräber

© Deutsches Rundfunkarchiv, Frankfurt/ Main
Translation and Subtitles by Markus Schlaffke and Ines Weizman

Christian Schädlich

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17:01
Rückblicke

Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Christian Schädlich

Teilnahme und Organisation 1976-1989.
Interview geführt von Adrienne Michels, 19. November 2015, Weimar (Ausschnitte)

Christian Schädlich

Participation and organization 1976-1989.
Interview conducted by Adrienne Michels, 19th November 2015, Weimar (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

© Archiv der Moderne #BHK/02/286
© Archiv der Moderne
Christian Schädlich, 1979. Fotograf: Louis Held, Archiv der Moderne, Weimar

Christian Schädlich studierte, nach einer Maurerlehre, von 1947 bis 1952 Architektur unter Hermann Henselmann an der neugegründeten Staatlichen Hochschule für Baukunst und bildende Künste in Weimar. Sein für die Diplomarbeit entworfenes Projekt für einen Neubau der Kreisverwaltung in Bad Salzungen, wurde bereits kurz nach seinem Studium verwirklicht. Er promovierte 1957 mit der Schrift Die Grundzüge der klassischen Architekturtheorie an der HAB Weimar und wurde ebenda als Dozent berufen. 1967 verfasste er die Habilitationsschrift Das Eisen in der Architektur des 19. Jahrhunderts, die 2015 im Geymüller Verlag für Architektur veröffentlicht wurde. Von 1967 bis 1987 hatte er die Professur für Theorie und Geschichte der Architektur an der HAB Weimar inne. Unter seiner Leitung beschäftigten sich wissenschaftliche Mitarbeiter wie Karl-Heinz Hüter, Günter Steiger und Adalbert Behr in den 1960ern mit der Bauhausforschung. Er machte sich durch seine Forschungen sowohl zur Hochschulgeschichte sowie ab den 1970ern, durch seine Beiträge zur Bauhausforschung verdient. 1976 übernahm er den neuen durch den Minister für Hoch-und Fachschulwesen gegründeten Arbeitskreis Bauhausforschung, und leitete dessen Forschungsthemen, Publikationen, Ausstellungen und die Internationalen Bauhaus-Kolloquien der Jahre 1976, 1979, 1983 und 1986.

From 1947 to 1952, after an apprenticeship as a bricklayer, Christian Schädlich studied architecture under Hermann Henselmann at the newly-established Staatliche Hochschule für Baukunst und bildende Künste in Weimar. His thesis project, proposing a new building for the Bad Salzungen city council, was realized shortly after he completed his studies. He graduated from the Weimar HAB in 1957, with his dissertation titled Die Grundzüge der klassischen Architekturtheorie, and was appointed as a lecturer. In 1967, he completed his postdoctoral thesis, Das Eisen in der Architektur des 19. Jahrhunderts, which was then published by the architectural publishing house Geymüller in 2015. Between 1967 and 1987, Schädlich acted as Professor of the History and Theory of Architecture at the Weimar HAB. In the ‘60s, under his leadership, research assistants like Karl-Heinz Hüter, Günter Steiger, and Adalbert Behr dealt with Bauhaus research. Schädlich earned merit for his research about the university’s history and, from the 1970s onward, for his contribution to Bauhaus research. In 1976, he took over the working group for Bauhaus research, which was founded by the Minister for Higher Education. Schädlich was responsible for its research areas, publications, exhibitions and for the international Bauhaus-Colloquia of 1976, 1979, 1983 and 1986.

Karl-Heinz Hüter

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8:45
Rückblicke

Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Karl-Heinz Hüter

Teilnahme am Bauhaus-Kolloquium 1976.
1979 Interview geführt von David Keogh, 11. Dezember 2015, Königswusterhausen (Ausschnitte)

Karl-Heinz Hüter

Participation and organization 1976-1989.
Interview conducted by David Keogh, 11th December 2015, Königswusterhausen (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

© Archiv der Moderne #BHK/01/26
© Archiv der Moderne
Karl-Heinz Hüter, 1976. Fotograf: Lutz Grünke, Archiv der Moderne, Weimar

Karl-Heinz Hüter (geb. 1929) studierte in Jena klassische Archäologie. Von 1952 bis Anfang 1963 arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent an der HAB Weimar am Lehrstuhl für Theorie und Geschichte. 1962 promovierte er über Henry Van de Velde an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1963 und 1978 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Deutschen Bauakademie in (Ost-) Berlin am Institut für Architektur und Städtebau, Abteilung für Theorie und Geschichte. 1966 verteidigte er das Manuskript für sein Buch Das Bauhaus in Weimar: Studie zur gesellschaftspolitischen Geschichte einer deutschen Kunstschule an der Bauakademie, die dann im Henschel-Verlag gedruckt wurde. Hüter schickte die Druckfahne für die Veröffentlichung zusammen mit seinem Buch über Van de Velde offiziell durch das Amt des Präsidenten der Bauakademie, Professor Werner Heynisch, an Walter Gropius in den USA. Nur das Antwortschreiben von W. Gropius im Februar 1968 wurde von den Behörden entdeckt. Für seinen "unbefugten" Kontakt mit einer Person in den USA wurde Hüter disziplinarisch bestraft und ihm wurde mit der Entlassung gedroht. Die Veröffentlichung des Buches wurde eingestellt. 1972 zog sich die Bauakademie von allen Rechten an Hüter's Bauhaus-Buch zurück und übergab es ihm zur persönlichen Verwendung. Schließlich wurde es 1976 im Akademie Verlag unverändert in der Erstausgabe gedruckt.
1976 wurde Hüter für seinen Beitrag zur Erforschung der Bauhausgeschichte mit dem Bauhaus Medaille der Bauakademie ausgezeichnet. Trotz der Anerkennung seines Buches verließ er 1978 die Bauakademie und beschloss, als freiberuflicher Architekturhistoriker und Journalist zu arbeiten. 1996 erhielt er den Fritz-Schumacher-Preis für Baugeschichte der Alfred-Töpfer-Stiftung an der Technischen Universität Hannover für seine Bemühungen zur Verbreitung von bauhistorischem Wissen.

Karl-Heinz Hüter (born 1929) studied classical archeology in Jena. From 1952 until the beginning of 1963, he worked as Wissenschaftlicher Assistent at the HAB Weimar at the chair of Architectural Theory and History. In 1962, he completed his doctoral thesis about Henry Van de Velde at the Humboldt University of Berlin. Between 1963 and 1978, he worked as a Wissenschaftlicher Mitarbeiter at the Deutsche Bauakademie in (Ost-) Berlin at the Institut für Architektur und Städtebau, department of theory and history. In 1966, he defended the manuscript for his book, Das Bauhaus in Weimar: Studie zur gesellschaftspolitischen Geschichte einer deutschen Kunstschule at the Bauakademie which was then printed by Henschel publishing house. Hüter sent the page proof for the publication together with his book on Van de Velde, officially through the office of the president of the Bauakademie, Professor Werner Heynisch to Walter Gropius in the USA. Only the reply letter by W. Gropius in February 1968 was discovered by the censorship office. For his “unauthorized” contact with a contact in the USA, Hüter received a disciplinary punishment and was threatened to be made redundant. The publication of the book was put on hold. In 1972 the Bauhakademie retreated from any rights in the Hüter’s Bauhaus book and handed it over to him for his personal use. Eventually it was printed unchanged by the Akademie Verlag in 1976 in first edition.
In 1976 Hüter was awarded the Bauhaus Medal of the Bauakademie for his contribution to research about the Bauhaus history. Despite the recognition of his book, in 1978 left the Bauakademie, choosing instead to work as a freelance architectural historian and journalist. In 1996, he was awarded the Fritz-Schumacher-Preis für Baugeschichte der Alfred Töpfer Stiftung an der Technischen Universität Hannover for his efforts in the dissemination of architectural historical knowledge.

1983

III. Internationales Bauhaus-Kolloquium 05.–07. Juli

Das Bauhauserbe und die gegenwärtige Entwicklung der Architektur.

Zum 100. Geburtstag von Walter Gropius

Prof. Dr. Christian Schädlich
Leiter des Kolloquiums

Zum 3. Internationalen Bauhaus-Kolloquium trafen sich in Weimar Wissenschaftler, Architekten, Formgestalter und bildende Künstler zu einem fruchtbaren Gedankenaustausch über Fragen der Gestaltung unserer baulich-räumlichen und gegenständlichen Umwelt. Anknüpfend an die vorangegangenen Kolloquien 1976 und 1979 blieb das Bauhaus historischer Bezugspunkt. Aber stärker als früher suchten wir die Verbindung zu den heutigen Aufgaben der Architekten, nicht nur im Sinne der Fortführung progressiver Bauhaustraditionen, sondern vor allem durch die Hinwendung zu aktuellen Problemen der Architektur. Es war ein Ziel des Kolloquiums aus der Aufarbeitung gesicherter historischer Werte Orientierung für die Arbeit des Architekten in der heutigen sozialistischen Gesellschaft zu gewinnen. Für uns bedeutet es eine Ermutigung, dass der Versuch, Geschichte und Gegenwart, Theorie und Praxis in eine produktive Verbindung zu bringen, von den Teilnehmern positiv aufgenommen wurde. Wir schätzen hoch ein, dass sich das Kolloquium mit dem „Ruf aus Weimar”, zum Kampf um den Frieden, der ohne den Architekturfortschritt nicht denkbar ist, bekannte.

– Christian Schädlich, Auszug aus der Einführung des Tagungsbandes zum Kolloquium

© Archiv der Moderne #A/DSC/3672
© Archiv der Moderne
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Bauhaus Heritage and the Contemporary Development of Architecture.

The 100th Anniversary of Walter Gropius

Prof. Dr. Christian Schädlich
Director of the Colloquium

On the occasion of the 3rd International Bauhaus-Colloquium, researchers, architects, designers, and artists met in Weimar to exchange productive ideas about the design of our structural, spatial and objective environments. Following on the tradition of the 1976 and 1979 colloquia, the Bauhaus remained the historical point of reference. But, more than ever, we were searching for a connection with the current tasks of the architect, not just in the sense of a continuation of progressive Bauhaus traditions, but above all through a focus on the contemporary problems of architecture. One of the colloquium’s aims was to use the reappraisal of historical values to provide some professional orientation for architects in the present socialist society. For us, it was encouraging that our attempt to connect history and the present, and theory and practice, in a productive way was positively received by the participants. We very much appreciate that the colloquium with the “call from Weimar” committed itself to the fight for peace, which is inconceivable without architectural progress.

– Christian Schädlich, excerpt from the introduction of the conference transcript of the colloquium

Programm des III. Bauhaus-Kolloquiums

1986

IV. Internationales Bauhaus-Kolloquium 24.–26. Juni

Der wissenschaftlich-technische Fortschritt und die sozialkulturellen Funktionen von Architektur und industrieller Formgestaltung in unserer Epoche.

Prof. Dr. Christian Schädlich
Leiter des Kolloquiums

Das 4. Internationale Bauhauskolloquium wurde gemeinsam mit der Bauakademie der DDR, dem Amt für industrielle Formgestaltung beim Ministerrat der DDR und dem Bund der Architekten der DDR veranstaltet. Es beschäftigte sich mit geschichtlichen und aktuellen Aspekten des wissenschaftlich-technischen Fortschritts in Beziehung zur sozialkulturellen Funktion von Architektur und industrieller Formgestaltung. Der historische Blick richtete sich diesmal vor allem auf das Wirken der Architekten Ludwig Mies van der Rohe und Ernst May aus Anlaß ihrer 100. Geburtstage. Am Kolloquium nahmen 318 Architekten, Formgestalter und Wissenschaftler aus 22 Ländern und Westberlin teil. Das Programm enthielt 44 Vorträge und ein Podiumsgespräch, eine Filmveranstaltung zum Frankfurter Wohnungsbau der zwanziger Jahre und drei abendliche Diskussionsrunden im FDJ-Studentenklub Kasseturm. Neun Ausstellungen in den Gebäuden der Hochschule verdeutlichen und vertieften das wissenschaftliche Anliegen des Kolloquiums.

– Christian Schädlich, Auszug aus der Einführung des Tagungsbandes zum Kolloquium

© Archiv der Moderne #POSTER/BHK/1986
© Archiv der Moderne
„Die Bauhaus-Kolloquien waren im studentischen Leben auch wirklich Höhepunkte. Das war nicht so ‚nebenbei’, ‚irgendwie’, ‚da waren auch mal’, ‚irgendwo tagte jemand’, sondern die Studenten hatten frei! Das war sozusagen für sie eine Pflicht auch teilzunehmen, an diesen Kolloquien. Wir hatten ja auch ein Fach – Architekturtheorie – dafür sollten wir hinterher über diese Kolloquien schreiben. Viele Studenten halfen dann mit, bei der Organisation und bei allen Dingen des Ablaufs. Dadurch war das auch sehr lebendig. Viele junge Leuten waren in diesem Kolloquium tätig und es war eine sehr angenehme Atmosphäre und deshalb sind die Leute auch gerne gekommen.“

Olaf Weber im Gespräch mit Annika Eheim, 2016

“The Bauhaus-Colloquia were real highlights of student life. It wasn’t just something incidental, somehow, it wasn’t like someone just held a meeting somewhere, sometime. Instead students had the days off! It was sort of a duty to participate in the colloquium. We also had a subject – architectural theory – that we were to write about afterwards regarding the… the colloquia; and they also worked as volunteers, many students helped out with the organization and the whole process, there. As a result it was very lively there. Many young people worked on the colloquium, and it was a very pleasant atmosphere, that, and that’s why people liked to come.”

Olaf Weber in conversation with Annika Eheim, 2016

„Ich habe in Weimar unter dem Schutz des an Internationalität und Diskussion interessierten Bernd Grönwald – so erschien er uns jedenfalls – zweimal Vorträge gehalten, die (in Berlin) verboten worden waren! Die habe ich dann dort gehalten und die sind in der Hochschulzeitschrift veröffentlich worden. Also wir haben ja nicht aufgegeben, wir haben weitergemacht und nicht konterrevolutionär, sondern wir haben uns durchgesetzt und haben gesagt, das muss der Sozialismus aushalten, damit er richtig wird. So! Und das hat dort stattgefunden. Vor internationalem Publikum.“

Bruno Flierl im Gespräch mit Lena Laine und Wolfgang Höhne, 2015

“In Weimar, with the protection of Bernd Grönwald – who was seemingly interested in internationality and discussion – I held two lectures, which had been prohibited (in Berlin). I held them there, and they were published in the university journal. So, we didn’t give up, we carried on. Not in a counterrevolutionary way, but we asserted ourselves and said that socialism had to be able to withstand it, and we have our contributions and we must show them, now! That’s how it was. And it happened there. In front of international audience.”

Bruno Flierl in conversation with Lena Laine and Wolfgang Höhne, 2015

Fotoalbum Kolloquiums 1986 Download PDF (11,04 MB)

Scientific-technical Progress and the Sociocultural Functions of Architecture and Industrial Design in our Epoch.

Prof. Dr. Christian Schädlich
Director of the Colloquium

The 4th International Bauhaus Colloquium was organized jointly with the GDR Bauakademie, the Bureau for Industrial Design at the GDR Council of Ministers, and the GDR Association of Architects. It dealt with the present and historical aspects of the scientific and technical progress in relation to the sociocultural function of architecture and industrial design. This time, the historical aspect concentrated on the work of architects Ludwig Mies van der Rohe and Ernst May on the occasion of their 100th birthdays. 318 architects, designers and researchers from 22 countries, in addition to West Berlin, took part in the colloquium. The program included 44 presentations and one panel discussion, as well as a film event about housing in 1920s Frankfurt, and three evening round table discussions at the FDJ student club, Kasseturm. Nine exhibitions mounted in university buildings illustrated and advanced the colloquium’s scientific concerns.

– Christian Schädlich, excerpt from the introduction of the colloquium

„Zum Bauhaus-Kolloquium nach Weimar zu fahren, das war wie ein Geheimtipp. Man musste ja eingeladen werden und da musste man schon Leute kennen. Also da Alfred Grazioli und Jonas Geist vorher schon da waren, bekam ich die Einladung – die hätte ich vielleicht sonst privat gar nicht bekommen. Das war alles nicht so ohne weiteres möglich – man konnte ja nicht einfach hinfahren. ... Ich muss sagen, es war ein absolutes Abenteuer.“

Hilde Barz-Malfatti im Gespräch mit Lena Laine, 2016

“To go to the Bauhaus-Colloquium in Weimar, that was an insider tip. You needed an invitation, so you had to already know people. So, because Alfred Grazioli and Jonas Geist had already been there, I got an invitation. I guess I wouldn’t have received an invitation as a private individual. That wasn’t realy possible; you couldn’t just go there. ... I must say, it was an absolute adventure.“

Hilde Barz-Malfatti in conversation with Lena Laine, 2016

Programm des IV. Bauhaus-Kolloquiums
„Die bisherige, meist bürgerliche Literatur über das Bauhaus beschäftigte sich vorwiegend mit den künstlerischen Resultaten. Oft begnügte man sich damit, es zu feiern, ihm den künstlerischen Rahm abzuschöpfen und nur das darzustellen, was sein Renommee ausmachte. Wenn gesellschaftspolitische Zusammenhänge erwähnt wurden, blieben sie vage.“

Karl-Heinz Hüter, Das Bauhaus in Weimar, Akademie Verlag Berlin, 1976, S.8

“The previous, mostly bourgeois literature about the Bauhaus dealt mostly with its artistic achievements. Often, they were content just to celebrate it, to ‘skim the artistic cream’, as it were, and only represent what it was famous for. If sociopolitical connections were mentioned, they were vague.”

Karl-Heinz Hüter, Das Bauhaus in Weimar, Akademie Verlag Berlin, 1976, p.8

Hilde Barz-Malfatti

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Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Hilde Barz-Malfatti

Teilnahme am Kolloquium 1986 und 1989.
Interview geführt von Lena Laine, 18. Mai 2016, Weimar (Ausschnitte)

Hilde Barz-Malfatti

Participation in the Colloquium in 1986 and 1989.
Interview conducted by Lena Laine, 18th May 2016, Weimar (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

Hilde Barz-Malfatti ist seit 1994 Professorin für Entwerfen und Stadtarchitektur an der Bauhaus-Universität Weimar. Sie studierte Architektur an der TU Darmstadt und war von 1979 bis 1985 freie Mitarbeiterin in verschiedenen Architektur- und Stadtplanungsbüros. Seit 1985 ist sie selbständige Architektin und Stadtplanerin in Berlin. Von 1985 bis 1990 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule der Künste Berlin (HdK) im Fachbereich Architektur, Städtebauliches Entwerfen bei Professor Alfred Grazioli und von 1990 bis 1992 Lehrbeauftrage an der HdK. Seit 2010 ist sie Mitglied des Instituts für Europäische Urbanistik der Bauhaus-Universität.

Als sie als wissenschaftliche Assistentin mit Alfred Grazioli zum Bauhaus Kolloquium nach Weimar eingeladen wurde, fuhr Hilde Barz-Malfatti zum ersten Mal hinter den Eisernen Vorhang in die DDR. Einige der Redner, die sie damals beeindruckten, wurden ihre Kollegen als sie 1994 nach Weimar an die Universität berufen wurde.

Hilde Barz-Malfatti is Professor of Design and Urban Architecture at the Bauhaus-University Weimar. She studied architecture at the TU Darmstadt and worked as a freelancer for various architecture and urban planning offices between 1979 and 1985. Since 1985, she has worked as a self-employed architect and urban planner in Berlin. From 1985 to 1990, she carried out a research assistantship with Professor Alfred Grazioli at the Hochschule der Künste Berlin (HdK) in the Department of Architecture, Urban Development Design, and between 1990 and 1992, she was a lecturer at the HdK. She has been a member of the Institute for European Urbanism at the Bauhaus-University since 2010.

When she was invited to the Bauhaus Colloquium as Grazioli’s research assistant, she drove beyond the Iron Curtain and into the GDR for the first time in her life. Some of the speakers who impressed her at that colloquium would later become her colleagues when she was appointed professor in Weimar in 1994.

Bruno Flierl

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Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Bruno Flierl

Teilnahme am Kolloquium 1979-1992.
Interview geführt von Lena Laine und Wolfram Höhne, 27. November 2015, Berlin (Ausschnitte)

Bruno Flierl

Participation in the Colloquium 1979-1992
Interview conducted by Lena Laine and Wolfram Höhne, 27th November 2015, Berlin (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

© Archiv der Moderne #BHK/04/64
© Archiv der Moderne
Bruno Flierl, 1986. Fotograf: Michael Schinko, Archiv der Moderne, Weimar

Bruno Flierl studierte Architektur an der Hochschule der Künste Berlin und an der HAB Weimar. Von 1952 bis 1961 und von 1965 bis 1979 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bauakademie der DDR am Institut für Städtebau und Architektur in der Abteilung Theorie und Geschichte der Architektur. Von 1962 bis 1964 war er Chefredakteur der Zeitschrift Deutsche Architektur. In den 1970er Jahren war er Gastdozent an der Kunsthochschule Berlin und an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1980-84 war er Dozent an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach seiner Emeritierung war er weiterhin als freischaffender Architektur- und Stadtkritiker tätig und veröffentlichte nach 1989 zahlreiche kritische Publikationen zu Problemen der Stadtplanung im Prozess der Ost-West-Vereinigung in Berlin.

Bruno Flierl studied architecture at the Hochschule der Künste Berlin and at the Weimar HAB. From 1952 to 1961, and 1965 to 1979, he worked as a research assistant at the Institute of Urban Development and Architecture in the GDR Bauakademie, in the Department of the History and Theory of Architecture. Between 1962 and 1964, he was the editor-in-chief of Deutsche Architektur magazine. Later, in the 1970s, he was a guest lecturer at the Kunsthochschule and Humboldt-Universität zu Berlin; and from 1980 to 1984, he was also an assistant professor at Humboldt. After retiring, he continued to work as an architecture and city critic, and published numerous works about the urban planning complications arising from the process of uniting east and west in Berlin.

Olaf Weber

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Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Olaf Weber

Teilnahme 1976–1989, später Organisation des Bauhaus-Kolloquiums.
Interview geführt von Lena Laine & Annika Eheim, 3. Dezember 2015, Weimar (Ausschnitte)

Olaf Weber

Participation in 1976-1989, later organisation of the Bauhaus-Colloquium.
Interview conducted by Lena Laine & Annika Eheim, 3rd December 2015, Weimar (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

© Archiv der Moderne #BHK/06/127
© Archiv der Moderne
Olaf Weber, 1992. Fotograf: Angelika Fischer, Archiv der Moderne, Weimar

Olaf Weber studierte Architektur an der HAB Weimar und promovierte 1973 zum Thema Architektur als Kommunikationsmittel. Zwischen 1973 und 1980 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bauakademie der DDR. Zwischen 1980 und 1984 war er als Aspirant und später Oberassistent auf dem Gebiet der Architekturtheorie tätig. 1984 habilitierte er in Weimar mit der Schrift Die Funktion der Form. Er arbeitete zunächst als wissenschaftlicher Assistent an der HAB Weimar und wurde 1992 Leiter einer Arbeitsgruppe zur Gründung der Fakultät Gestaltung. 1993 wurde Olaf Weber zum Professor für Ästhetik an die Bauhaus-Universität berufen.

Olaf Weber studied architecture at the Weimar HAB, graduating in 1973 with a doctoral thesis on the topic of Architektur als Kommunikationsmittel (Architecture as a Means of Communication). Between 1973 and 1980, he worked as a research assistant at the GDR Bauakademie. From 1980 to 1984, he was a postgraduate and later senior assistant in the field of architectural theory. In 1984, he qualified as professor in Weimar with his thesis Die Funktion der Form (The Function of Form). In 1992, he started working as a research assistant at the Weimar HAB and, in 1992, became head of the working group for founding a Faculty of Design. In 1993, Weber was appointed Professor of Aesthetics at the Bauhaus-University.

Gerd Zimmermann

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Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Gerd Zimmermann

Teilnahme 1983-2009, Direktion des Bauhaus-Kolloquiums 1992-2006.
Interview geführt von Annika Eheim, 10. Dezember 2015, Weimar (Ausschnitte)

Gerd Zimmermann

Participation 1983-2009, Direction of the Bauhaus-Colloquium 1992-2006.
Interview conducted by Annika Eheim, 10th December 2015, Weimar (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

„Das erste Kolloquium war symptomatisch, denn was ich wollte war, dass dieses Kolloquium ein Kolloquium der Architekturtheorie ist, ganz klar.“

Gerd Zimmermann im Gespräch mit Annika Eheim, 2015

“The first colloquium was symptomatic, because all I wanted was that this colloquium would be about architectural theory, absolutely.”

Gerd Zimmermann in conversation with Annika Eheim, 2015

© Archiv der Moderne #BHK/06/97
© Archiv der Moderne
Gerd Zimmermann, 1992 Fotograf: Harald Wenzel, Archiv der Moderne, Weimar

Gerd Zimmermann studierte Architektur an der HAB Weimar und hat 1974 auf dem Gebiet der Architekturtheorie promoviert. Seine Promotionsschrift zum Thema Architektur als Kommunikationsmittel entstand in Gemeinschaftsarbeit mit Olaf Weber und Friedrich Rogge. Von 1973 bis 1980 war er in der Abteilung Theorie und Geschichte der Architektur am Institut für Städtebau und Architektur der Bauakademie in Berlin tätig. Dort forschte und publizierte er zur Architekturpsychologie und Architektursemiotik sowie zur empirischen Wirkungsforschung in der Architektur. Ab 1980 übernahm er Lehrtätigkeiten an der HAB Weimar. Er wurde 1992 zum Universitätsprofessor an die HAB Weimar für das Fach Entwerfen und Architekturtheorie berufen. Im gleichen Jahr wurde er zum Rektor der Hochschule gewählt, ein Amt, das er, bis auf die Jahre 2000 bis 2004, bis 2011 innehielt. Gerd Zimmermann war von 1992 bis 2011 mit der Leitung der Bauhaus-Kolloquien betraut. In seiner Funktion als Rektor und Lehrstuhlinhaber prägte er maßgeblich die Ausrichtung der Architekturtheorie in Weimar und definierte das Profil der Entwicklung der Universität. Mit dem, nach der politischen Wende 1992 mit Architektur und Macht betitelten Bauhaus-Kolloquium, setzte er sich nicht nur für die Fortsetzung der Tradition der Bauhaus-Kolloquien ein, sondern versuchte auch, entsprechend seines Forschungsthemas und nicht zuletzt auch im Kontext des politischen Umbruchs, Architektur als Kommunikationsmittel und Instrument der Macht international zu diskutieren. Unter seiner Leitung sollten sich die nachfolgenden Kolloquien verstärkt auf die Architekturtheorie ausrichten.

Gerd Zimmermann studied architecture at the Weimar HAB, and completed his doctoral studies in the field of architectural theory. His doctoral thesis, titled Architektur als Kommunikationsmittel, was the result of a collaboration with Olaf Weber and Friedrich Rogge. Between 1973 and 1980, he worked at the Department of the History and Theory of Architecture at the Institute of Architecture and Urban Planning at the Bauakademie in Berlin. There, he researched and published in the fields of architectural psychology and semiotics, as well as conducting empirical research on architecture. From 1980 onward, he lectured at the Weimar HAB. In 1992, he was appointed Professor of Design and Architectural Theory at the Weimar HAB. That same year, he was also appointed rector of the university and, with the exception of the years 2000-2004, stayed in office until 2011. Between 1992 and 2011, Gerd Zimmermann headed up the Bauhaus colloquia. In his function as rector and professor, he had a significant impact in defining the orientation of architectural theory in Weimar, and also shaped the university’s development.

1989

V. Internationales Bauhaus-Kolloquium 27.–30. Juni

Produktivkraftentwicklung und Umweltgestaltung.

Sozialer und wissenschaftlich-technischer Fortschritt in ihren Wirkungen auf Architektur und industrielle Formgestaltung in unserer Zeit.
Zum 100. Geburtstag von Hannes Meyer

Prof. Dr. Horst Siegel
Leiter des Kolloquiums

Das Bauhaus-Kolloquium ist ein internationales Forum zur Geschichte, Theorie und Praxis des Städtebaus, der Architektur und industriellen Formgestaltung in unserer Epoche. Interdisziplinär angelegt, verbindet es die Diskussion aktueller Entwicklungsprobleme der Gesellschaft und des Bauens, der Architektur und Produktgestaltung mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung progressiven Erbes. Unter diesem Thema sollen auf dem 5. Internationalen Bauhaus-Kolloquium Probleme erörtert werden, die sich aus der Revolutionierung der Produktivkräfte und den Veränderungen im Charakter der Arbeit in unserer Epoche für die Gestaltung der Arbeits- und Wohnumwelt und die Stadtplanung ergeben. Auch dieses Kolloquium wird der produktiven Erschließung des fortschrittlichen Bauhauserbes verpflichtet sein.

– Auszug aus dem Programm des Kolloquiums

© Archiv der Moderne #1989/POSTER
© Archiv der Moderne
Programm des V. Bauhaus-Kolloquiums
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Development of Productive Forces and Environmental Design.

Social and scientific-technical progress in its effects on architecture and industrial design in our times.
The 100th Anniversary of Hannes Meyer

Prof. Dr. Horst Siegel
Director of the Colloquium

The Bauhaus Colloquium is an international forum for the history, theory and practice of urban development, architecture and industrial design in our era. In an interdisciplinary manner, it connects the discussion about actual developmental problems of society and construction, of architecture and product design, with the scientific reappraisal of progressive heritage. At the 5th International Bauhaus Colloquium, issues arising from the revolutionary changes in productive forces will be discussed, along with changes in the nature of work in our era, and in the structure of work and living environments, as well as urban planning. The colloquium is also committed to the productive development of Bauhaus heritage.

– Excerpt from the Programme

„Die DDR hatte das Bauhaus spät entdeckt – zu spät, in gewisser Weise, denn der internationale Diskurs war viel weiter gediehen. Und der war gerade in den 80er Jahren einer der Postmoderne. Und die ist gestartet mit der massiven Kritik am Modernismus. Jetzt muss man sich vorstellen, die DDR entdeckt spät das Bauhaus und macht es sich sofort zueigen und erklärt im gleichen Moment – im alten Duktus der anderen Doktrin – jetzt das Bauhaus zur Doktrin. Da war ich strikt dagegen.“

Gerd Zimmermann im Gespräch mit Annika Eheim, 2015

„The GDR discovered the Bauhaus quite late, too late, in a way, because the international discourse was much more advanced. And it was, especially in the ‘80s, about postmodernism. It started with a criticism of modernism – in fact, with a massive criticism of modernism. Now you have to imagine, the GDR discovers the Bauhaus late, takes immediate ownership of it. To a certain degree it explains – in the same style as the other doctrine – the Bauhaus as the new doctrine. I was strictly against it.“

Gerd Zimmermann in conversation with Annika Eheim, 2015

1992

VI. Internationales Bauhaus-Kolloquium 18.–21. Juni

Architektur und Macht.

Prof. Gerd Zimmermann
Leiter des Kolloquiums

Das Internationale Bauhaus-Kolloquium 1992 war nicht nur das 6. in der Reihe der wissenschaftlichen Veranstaltungen in Weimar, es war nach dem Fall der Mauer zugleich das erste Bauhaus-Kolloquium, das seine Themen im wissenschaftlichen Dialog frei wählen konnte. (...) Zum Kolloquium waren etwa 250 Architekten, Kunsthistoriker, Wirtschafts- und Sozialtheoretiker und Studenten eingeladen, um sich mit dem Verhältnis von Architektur und Macht auseinanderzusetzen. Es irrten zumindest jene, die wohl glaubten, das Thema wäre gewählt worden, um ausschließlich eine Abrechnung mit den architektonischen Folgen der Herrschaftsmechanismen in der DDR vorzunehmen, und auch jene, die mit dem Thema Macht nur die politische Repräsentationsarchitektur etwa im Dritten Reich verbinden. Natürlich spielten diese Themen eine Rolle. Das Kolloquium war demgegenüber so angelegt, dass die ganze Breite des Themas ins Blickfeld rückte, d.h. nicht nur die politischen Symbolwerte der Architektur, sondern auch die Wechselbeziehung von Architektur und Wirtschaftsmacht, nicht nur die aktuelle Szene, sondern auch die Geschichte. (...) In der Diskussion dominierten einige Grundthemen, vornehmlich der Disput über die Moderne und Postmoderne und die Affinität der jeweiligen Tendenz zum Problem der Macht. So gab es Plädoyers, in denen der Wert der sozialen Ziele und der kritischen Avantgarde in der frühen Moderne hervorgehoben wurde, während zugleich die Beliebigkeit und Unverbindlichkeit der Postmoderne kritisiert wurde. Dagegengesetzt wurde die Feststellung, dass die „Moderne“ gewissermaßen nach ihrer pluralistischen Frühphase dann zur Doktrin erstarrte, mit all den verheerenden Folgen für die moderne Stadt und Architektur, und dass die Postmoderne ihr Verdienst u.a. darin hatte, dass sie diese Doktrin durchbrach und eine Befreiung bedeutete.

– Gerd Zimmermann, Auszug aus der Einführung zum Kolloquium

© Archiv der Moderne #1992/POSTER
© Archiv der Moderne
„Nach dem Mauerfall, also in dem Moment, in dem sich die Verhältnisse wirklich neu organisierten und neu orientierten, gab es eine Öffnung, so habe ich es persönlich empfunden, auch gegenüber Positionen, mit denen man sich in der Öffentlichkeit zuvor nicht so gerne zeigte. Beispielsweise war ich außerordentlich erstaunt, als ich bei diesen Tagungen merkte, wie sich die Leute in Weimar explizit mit architekturtheoretischen Modellen auseinandersetzten und sich sehr stark für die postmoderne Entwicklung interessierten.“

Karin Wilhelm im Gespräch mit Lena Laine, 2016

“After the fall of the Wall, right at the moment when relationships were really being reoriented and reorganized, there was an opening, that’s what I personally felt, also for contradictory positions, which hadn’t been so welcome in public before. For example, I was extremely surprised when I realized that at these conferences, people were explicitly dealing with architectural theoretical models and were particularly interested in postmodernism.”

Karin Wilhelm in conversation with Lena Laine, 2016

Fotoalbum Kolloquiums 1992 Download PDF (7,88 MB)

Architecture and Power.

Prof. Gerd Zimmermann
Director of the Colloquium

The international Bauhaus-Colloquium in 1992 was not only the sixth scientific event in a row in Weimar, it was also, after the fall of the Wall, the first Bauhaus-Colloquium, where topics within the scientific dialogue could be freely selected. (…) Around 250 architects, art historians, economic theorists, social theorists and students were invited to deal with the relationship between architecture and power. Those who thought that the topic was chosen just to get revenge on the architectural consequences of the GDR’s mechanisms of rule were wrong; as were those who just connected the topic of power with the political architecture of the Third Reich. Of course these issues played a role. The colloquium was organized so that the whole spectrum of the topic could be discussed; meaning, not just the politically symbolic value of architecture, but also the interaction between architecture and economic power. Not just the present, but also the history. (…) In the discussion, some basic topics dominated, especially the dispute about modernism and postmodernism and the affinity of each with the issue of power. There were speeches in which the value of the social objectives and the critical avantgarde in the earlier modern period were pointed out; while at the same time, the arbitrariness and the non-binding character of postmodernism was criticized. In contrast was the statement that modernism, after its early pluralistic stage, had somehow become a doctrine, with devastating consequences for the modern city and architecture, and that postmodernism had its merit in the fact that it broke this doctrine and signified liberation.

– Gerd Zimmermann, excerpt from the introduction to the Colloquium

Programm des VI. Bauhaus-Kolloquiums

Charles Jencks

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Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Charles Jencks

Teilnahme am Bauhaus-Kolloquium 1992.
Interview geführt von Lena Laine & Ines Weizman, 8. Juni 2016, London (Ausschnitte)

Charles Jencks

Participation in the Bauhaus-Colloquium in 1992.
Interview conducted by Lena Laine & Ines Weizman, 8th June 2016, London (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

© Archiv der Moderne #BHK/06/25
© Archiv der Moderne
Charles Jencks, 1992. Fotograf: Harald Wenzel, Archiv der Moderne, Weimar

Charles Jencks studierte Englische Literatur an der Harvard University und Architektur an der Harvard Graduate School of Design. 1970 promovierte er über Architekturgeschichte am University College in London. Er wurde bekannt für seine Polemiken und Publikationen zur Postmoderne wie Le Corbusier and the Tragic View of Architecture (Harvard University Press, Cambridge, Mass.1974), The Language of Post-Modern Architecture (Rizzoli, New York, 1988), und Critical Modernism (John Wiley, London, 2007).

Charles Jencks studied English literature at Harvard University and architecture at the Harvard Graduate School of Design. He completed his doctoral thesis in architectural history at University College London in 1970. He’s known for his polemics and publications about postmodernism, such as Le Corbusier and the Tragic View of Architecture (Harvard University Press, Cambridge, Mass.1974), The Language of Post-modern Architecture (Rizzoli, New York, 1988), and Critical Modernism (John Wiley, London, 2007).

Peter Hahn

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Rückblicke

Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Peter Hahn

Teilnahme am Bauhaus-Kolloquium 1979, 1983, 1989.
Interview geführt von Adrienne Michels, 22. Januar 2016, Berlin (Ausschnitte)

Peter Hahn

Participation in the Bauhaus-Colloquium in 1979, 1983, 1989.
Interview conducted by Adrienne Michels, 22nd January 2016, Berlin (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

© Archiv der Moderne #BHK/06/113
© Archiv der Moderne
Peter Hahn, 1992. Fotograf: Harald Wenzel, Archiv der Moderne, Weimar

Peter Hahn studierte an der Freien Universität Berlin und promovierte dort 1969 mit einer philosophisch-sozialwissenschaftlichen Dissertation unter dem Titel Kunst zwischen Ideologie und Utopie. Studien über die theoretischen Möglichkeiten eines gesellschaftsbezogenen Kunstbegriffs. Von 1971 bis 1984 war Peter Hahn in Darmstadt und später in Berlin zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, und zwischen 1985 und 2002, als Direktor des Bauhaus-Archivs tätig. Große Ausstellungen wie beispielsweise Fotografie am Bauhaus (1990), Die Metallwerkstatt am Bauhaus (1992), Das Bauhaus webt (1998) und zuletzt Bauhaus-Möbel (2002) machten das Bauhaus-Archiv Berlin zu einer zentralen international anerkannten Institution für die Forschung und Vermittlung der Geschichte des Bauhauses. 2004 wurde Peter Hahn das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für seine Tätigkeit als Direktor des Bauhaus-Archivs überreicht.

Peter Hahn studied at the Freie Universität Berlin, graduating in 1969 with a doctorate in philosophical and social sciences. His thesis was titled Kunst zwischen Ideologie und Utopie. Studien über die theoretischen Möglichkeiten eines gesellschaftsbezogenen Kunstbegriffs (Art Between Ideology and Utopia: Studies in the Theoretical Possibility of a Sociological Concept of Art). From 1971 to 1984, Peter Hahn was research assistant in Darmstadt, and later in Berlin. Between 1985 and 2002, he acted as director of the Bauhaus Archive. Key exhibitions, such as Fotografie am Bauhaus (1990), Die Metallwerkstatt am Bauhaus (1992), Das Bauhaus webt (1998) and Bauhaus-Möbel (2002) turned the Berlin Bauhaus Archive into a central and internationally-recognized institution for research and dissemination of Bauhaus history. 2004, Hahn was awarded the 1st class Order of Merit from the Federal Republic of Germany for his achievements as director of the Bauhaus Archive.

Marco de Michelis

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Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Marco de Michelis

Teilnahme an allen Bauhaus-Kolloquien 1976-2007.
Interview geführt von Lena Laine, 27. Juni 2016, Mailand (Ausschnitte)

Marco de Michelis

Participation in all Bauhaus-Colloquia between 1976 and 2007.
Interview conducted by Lena Laine, 27th June 2016, Milan (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

„Das Interesse für die DDR war an meiner Hochschule in der Zeit lebendig, weil man viel über Typisierung, Industrialisierung, über Typologie und Denkmal sprach. Die Theorie Aldo Rossis war also einigermaßen sympathetisch mit einer möglichen und kritischen Interpretation der DDR-Architektur.“

Marco De Michelis im Interview mit Lena Laine, 2016

“At the time, interest in the GDR was alive at my university, because a lot was being said about typing, industrialization, about typology and monument. The theory of Aldo Rossi was somehow conducive with a possible and critical interpretation of GDR architecture.”

Marco De Michelis in Interview with Lena Laine, 2016

© Archiv der Moderne #BHK/05/107
© Archiv der Moderne
Marco De Michelis, 1989. Fotograf: Jürgen Würtele, Archiv der Moderne, Weimar

Marco De Michelis studierte Architektur am Institut di Architettura di Venezia und promovierte dort 1969. Er war zunächst als Assistent von Prof. Manfredo Tafuri tätig, bis er 1980 Professor für Baugeschichte an der IUAV, Venedig wurde, wo er später auch als Dekan der Fakultät Kunst und Design tätig war. Er hat zu Heinrich Tessenow, über das Bauhaus, zur Geschichte und Theorie der Moderne in Architektur und Design wie auch zur sowjetischen Architektur der 1920er und 30er Jahre publiziert und geforscht. Zwischen 1989 und 1991 war er Chefredakteur der Zeitschrift für Architektur und Design Ottagno. Von 1997 bis 2003 hatte er die Gropius-Professur an der Bauhaus-Universität Weimar inne und war auch an der Konzipierung des Kolloquiums Medium Architektur 2003 beteiligt.

Marco De Michelis studied architecture at the Institut di Architettura di Venezia, completing his doctorate in 1969. Next, he worked as an assistant to Prof. Manfredo Tafuri, until becoming Professor of Architectural History at the IUAV in Venice in 1980, and later Dean of the Faculty of Art and Design. He researched and published about Heinrich Tessenow, the Bauhaus, the history and theory of modernism in architecture and design, and Soviet architecture of the 1920s and ‘30s. From 1989 to 1991, he acted as editor-in-chief of the architecture and design magazine Ottagno. Between 1997 and 2003, he was the Gropius Professor at the Bauhaus-University Weimar and was also involved in the conception of the Medium Architecture Colloquium in 2003.

Chup Friemert

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Rückblicke

Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Chup Friemert

Teilnahme seit 1979-1989.
Interview geführt von Lena Laine, 16. Juni 2016, Süderstapel (Ausschnitte)

Chup Friemert

Participation 1976-1989.
Interview conducted by Lena Laine, 16th June 2016, Süderstapel (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

© Archiv der Moderne #BHK/05/124
© Archiv der Moderne
Chup Friemert, 1989. Fotograf: Jürgen Würtele, Archiv der Moderne, Weimar

Chup Friemert studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und an der Freien Universität Berlin. Er erhielt sein Diplom an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und promovierte 1977 an der Universität Bremen. 1984 wurde er als Professor für Designgeschichte und Theorie an die Hochschule für Bildende Künste in Hamburg berufen. In dem Kolloquium 1983 trug Friemert zum Wohnungsbau in der Bundesrepublik Deutschland vor. 1986 und 1989 sprach er über industrielle Massenproduktion und Kultur. Auf einem der Kolloquien lernte Friemert Elmer López de León kennen. Es ist anzunehmen, dass er unter anderem auch dank dieses Kontaktes drei Jahre lang in den späten 1980ern als Gastprofessor am Instituto Superior de Diseño Industrial in Havanna, Kuba tätig war. Von 1989 bis 2010 war er Mitherausgeber und Redakteur der Zeitschrift Form und Zweck. Zu seinen Publikationen gehören Produktionsästhetik im Faschismus. Das Amt‚ Schönheit der Arbeit von 1933 bis 1939 (Damnitz Verlag, München, 1980), Weltausstellung 1889. Der Maschinenpalast (Hg. mit Susanne Weiß, Textem Verlag, Hamburg, 2009), Hegel. Philosophie der Kunst. Bearbeitete Mitschriften (Materialverlag, Hamburg, 2012).

Chup Friemert studied at the Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart and the Freie Universität Berlin. He graduated from the Staatliche Hochschule für Bildende Künste Braunschweig and completed his doctoral studies at the University of Bremen in 1977. In 1984, he was appointed Professor of History of Design and Theory at the Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. At the 1983 colloquium, Friemert gave a presentation about housing in the Federal Republic of Germany; and in 1986 and 1989, he spoke about industrial mass production and culture. At one of the colloquia, Friemert met Elmer López de León, and among other reasons it’s likely due to this contact that he was appointed as guest professor at the Instituto Superior de Diseño Industrial in Havana, Cuba for three years in the late 1980s. Between 1989 and 2010, he acted as copublisher and editor of Form und Zweck magazine. His numerous publications include Produktionsästhetik im Faschismus: Das Amt‚ Schönheit der Arbeit von 1933 bis 1939 (Damnitz Verlag, München, 1980), Weltausstellung 1889: Der Maschinenpalast (Hg. mit Susanne Weiß, Textem Verlag, Hamburg, 2009), and Hegel: Philosophie der Kunst. Bearbeitete Mitschriften (Materialverlag, Hamburg, 2012).

1996

VII. Internationales Bauhaus-Kolloquium 27.–29. November

Techno-Fiction. Zur Kritik der technologischen Utopien

Prof. Dr. Gerd Zimmermann
Leiter des Kolloquiums

in Zusammenarbeit mit
Vertr.-Prof. Dr. Kari Jormakka

Man könnte nun der Auffassung sein, dass unter dem Imperativ der neuen Technologien der Simulation und Fiktion –virtuelle Realität, Cyberspace – die Architektur verschwindet, daß sie ihre Rolle als gesellschaftlicher Mediator deshalb ausgespielt hat, weil die eigentlichen Botschaften der Gesellschaft nunmehr durch die elektronischen Medien übertragen werden. Wahrscheinlich ist, daß die Architektur nur in dem Sinne verschwindet, daß sie eine völlig andere sein wird – indem sie die Potentiale der Simulation und Fiktion von den elektronischen Medien vollständig übernimmt, jedoch – und das ist festzuhalten – wiederum als Fiktion. (...) Auch hier, nun allerdings im Sinne einer Retro-Utopie, erweist sich der post-moderne, post-industrielle Kerngedanke der vollständigen Austauschbarkeit aller Bilder und Räume. Die Räume büßen ihre Statik und Solidität ein, sie eskalieren dann zu virtuellen Bildräumen der dritten Art. Die Stadt verdoppelt sich. Die virtuelle Stadt der Mediennetze untersetzt und überlagert die geografisch-topografische Stadt. So wie das Internet die neue Heimat ist, so ist die virtuelle Stadt wahrscheinlich schon die eigentliche Stadt.

– Gerd Zimmermann,
Auszug aus der Einführung zum Kolloquium, 1996

© Archiv der Moderne #PLAKAT/1996
© Archiv der Moderne
Fotoalbum Kolloquiums 1996 Download PDF (2,84 MB)

Techno-Fiction. Critiques of Technological Utopias

Prof. Dr. Gerd Zimmermann
Director of the Colloquium

in collaboration with
Vertr.-Prof. Dr. Kari Jormakka

One could think, that architecture vanishes under the imperative of the new technologies of simulation and fiction – virtual reality, cyber space –, that its role as social mediator is over, because the actual messages of society are transferred by electronic media. Presumably it is, that architecture only disappears in the sense of becoming a totally different one – by completely adapting to the potentials of simulation and fiction of electronic media, however – and that is important – again as a fiction. (…) Again, but now in a sense of a retro-utopia, the post-modern, post-industrial central idea encounters the complete exchangeability of all images and spaces. The spaces lose their statics and solidity, they escalate into virtual image spaces of the third kind. The city duplicates itself. The virtual city of media networks supports and overlays the geographic-topographical city. Just as the internet is the new home, probably the virtual city is already the actual city.

– Gerd Zimmermann,
Excerpt of the introduction to the Colloquium, 1996

1999

VIII. Internationales Bauhaus-Kolloquium 14.–16. November

Global Village. Perspektiven der Architektur

Prof. Dr. Gerd Zimmermann
Leiter des Kolloquiums

in Zusammenarbeit mit
Prof. Dr. Marco De Michelis
Gropius Professur, Bauhaus-Universität Weimar

Mehr noch als zu Beginn des Jahrhunderts sind heute mit dem elektronischen Paradigmenwechsel Fragen nach der Globalisierung und Universalisierung ins Zentrum des Bewusstseins gerückt. Wurden am Bauhaus der zwanziger Jahre noch afrikanische Masken, japanische Holzschnitte und Josephine Baker diskutiert, so stehen wir heute im Bann eines 24-Stunden-Aktienmarktes, virtual reality, cellular phone und Datenautobahn. Die Welt also als globales Dorf? Handelt es sich bei den Globalisierungsphänomenen wirklich nur um ein Kleinerwerden der Welt? Die Ansichten dazu sind zahlreich und konträr, euphorisch und pessimistisch. Ist die Globalisierung der späte Triumph des kapitalistischen Weltsystems oder verspricht sie im Gegenteil das Heraufdämmern eines einzigen harmonischen und einheitlichen „Weltsystems“? Globalisierung als Paradigmenwechsel? Oder stehen wir am Rande eines fundamentalen „Konflikts der Kulturen“? Schlägt die Globalisierung zurück? Führt sie nicht eher in eine mehrfach gewendete Reziprozität kultureller Aneignungs- und Identifikationsstrategien? Welches sind ihre kulturellen und architektonischen Perspektiven in einer neuen Weltordnung? Das 8. Internationale Bauhaus-Kolloquium Weimar 1999 stellt ein kritisches Forum zur interdisziplinären Diskussion der kulturellen Implikationen der Globalisierung der Architektur dar. Es vereinigt Architekturtheoretiker und -historiker, Philosophen, Sozial- und Kulturwissenschaftler, aber auch praktizierende Architekten. Architektur soll dabei den kritischen Rahmen für einen die Spezialgebiete übergreifenden Gedankenaustausch bieten.

– Auszug aus dem Programm

© Archiv der Moderne #1999/POSTER
© Archiv der Moderne

Global Village. Perspectives of Architecture

Prof. Dr. Gerd Zimmermann
Director of the Colloquium

in collaboration with
Prof. Dr. Marco De Michelis
Gropius Professur, Bauhaus-Universität Weimar

Even more now than at the turn of the century, with the electronic paradigm shifts, we are moved to ask questions about globalization and universalization in the very center of consciousness. At the Bauhaus of the 1920s, African masks, Japanese woodcuts and Josephine Baker were discussed. Now, we are under the spell of a 24-hour stock market, virtual reality, cell phones and the information superhighway. The world as a global village? Do the phenomena of globalization really mean a kind of shrinking of the world? Views on this are numerous and contradictory, euphoric and pessimistic. Is globalization the late triumph of the capitalist worldview, or on the contrary, does it promise the dawn of a single, harmonious and unified „world system“? Is globalization a paradigm shift? Or we are on the verge of a fundamental „conflict of cultures“? Is globalization striking back? Is it not, rather, moving towards a repeatedly flipped reciprocity of cultural appropriation and identification strategies? What are the cultural and architectural perspectives in a new world order? The 8th Weimar International Bauhaus-Colloquium in 1999 constitutes a critical forum for interdisciplinary discussion about the cultural implications of the globalization of architecture. It brings together architectural theorists and historians, philosophers, social and cultural scientists, as well as practicing architects. Here, architecture provides a critical framework for a specialized, comprehensive exchange of ideas.

– Excerpt from the programme

„Das war dann zum ersten Mal möglich, dass Westler auch an einer solchen Tagung in Weimar teilgenommen haben. Es war für uns einfach eine Frage der Neugierde. Ich kann mich noch daran erinnern wie mit großem Respekt die Delegation aus der Sowjetunion Einzug hielt. Und das war schon klar, dass da der „Große Bruder“ anwesend ist, der auch sorgfältig darauf achtete, dass da nichts in einem antisozialistischen Sinne aus dem Ruder läuft. Bei uns war das anders. Wir waren ja kein sozialistisches Bruderland, sondern wir waren, wenn man so will, aus dem kapitalistischen Ausland. Wir waren aber Fachleute im Verständnis des Bauhauses und es sind solche geladen gewesen und wir sind auch freundlich und höflich behandelt worden.“

Peter Hahn im Gespräch mit Adrienne Michels, 2016

“And so it was then possible, for the first time, for West Germans to participate in such a conference in Weimar. For us, it was simply a matter of curiosity. There were several groups of foreigners invited there. For a start, there were some from the socialist countries. I can clearly remember how they welcomed the Soviet delegates with great respect. It was very clear, that “Big Brother” was present, making sure that nothing got out of hand, in the anti-socialist sense. With us it was different. We were no socialist brotherland, but rather, if you like, coming from a foreign capitalist country. But we were experts in the understanding of the Bauhaus, and we were invited as such, and we were treated cordially and politely.”

Peter Hahn in conversation with Adrienne Michels, 2016

2003

IX. Internationales Bauhaus-Kolloquium 24.–27. April

Medium Architektur.

Zur Krise der Vermittlung

Prof. Dr. Gerd Zimmermann
Leiter des Kolloquiums

in Zusammenarbeit mit
Prof. Dr. Marco De Michelis & Dr. Jörg H. Gleiter M.S.

Das 9. Internationale Bauhaus-Kolloquium untersucht die Frage, ob und wie Architektur als Medium und als Sprache unter den gegenwärtigen kulturellen, sozialen, technologischen und ökonomischen Bedingungen funktioniert. Haben wir es also jetzt, nach einer Architektur als Zeichen Postmoderne und einer Architektur als Text Dekonstruktion mit einer Architektur als Medium Konstruktion, Repräsentation und Simulation zu tun? Als Medien verstehen wir all jene Instrumentarien, Techniken, Symboliken, die das Substrat des Austauschs bilden: Schrift, Bild, Zahl, Film, Fernsehen, Internet etc. Ist Architektur, die quasi unbewusst als Vehikel des Blicks, der Mitteilung und des Verhaltens fungiert, nicht der Inbegriff eines Mediums? Kann oder soll sich nun der architektonische Diskurs räuberisch gegenüber einer sich gerade etablierenden Medientheorie verhalten? Ja, denn die Medientheorie stellt aktuelle Verstehensmodelle zur Zirkulation von Information, zur Simulation, zur Virtualität etc. bereit. Nein, angesichts der Gefahr bloßer Analogien. Eine Medientheorie der Architektur muss natürlich anders verfahren als eine des Kinos, des Fernsehen, der Telegrafie, des Buches. Um vom Eigenen der Architektur her zu denken, von der Verräumlichung der Gesellschaft, sollten wir von einer Theorie der Architektur als Medium oder von einer Theorie der Medien der Architektur sprechen.

– Auszug aus dem Programm

Programm des IX. Bauhaus-Kolloquiums

Medium Architecture.

The Crisis of Communication

Prof. Dr. Gerd Zimmermann
Director of the Colloquium

in collaboration with
Prof. Dr. Marco De Michelis & Dr. Jörg H. Gleiter M.S.

The 9th International Bauhaus Colloquium examines the question of whether and how architecture works as a medium and language within current cultural, social, technological and economic conditions. Do we now, after architecture as a sign – postmodern – and architecture as text – deconstruction – have to deal with architecture as medium, construction, representation, and simulation? As media, we understand all those tools, techniques, and symbolism that form the foundation of the exchange: text, image, number, film, television, Internet, etc. Is architecture, which functions as a virtually unconscious vehicle of the gaze, of communication and of behavior, not the epitome of a medium? Can or should architectural discourse now stand vigorously opposed to the pre-established media theory? Yes, because media theory provides current understanding models for the circulation of information, for simulation, for virtual reality, etc. No, considering the danger of mere analogies. A media theory of architecture must, of course, proceed differently than one for cinema, television, telegraphy, or books. To think of “the own” of architecture, in terms of the spatial organization of society, we should speak of a theory of architecture as a medium, or of a theory of the medium of architecture.

– Excerpt from the programme

2007

X. Internationales Bauhaus-Kolloquium 19.–22. Juli

Die Realität des Imaginären.

Architektur und das digitale Bild

Prof. Dr. Gerd Zimmermann

in Zusammenarbeit mit
Vertr.-Prof. Dr. Jörg H. Gleiter

Schon seit einiger Zeit erschüttert die neue Realität der digitalen Welten die Architektur. Stetig, und mehr denn je, bilden diese die Welt nach ihrem Maß. Mit der Verschiebung von der Dominanz der Zeichen zur Dominanz der Bilder schien es Anfang der 90er Jahre noch so, als ob die räumliche Visionskraft gänzlich in die Imaginationsräume der digitalen Medien ausgelagert würde. Man glaubte an eine späte Erfüllung des postmodernen Postulats vom Ende der Architektur. Heute lassen sich jedoch die digitalen Bildverfahren nicht mehr so einfach auf die Rolle eines materielosen, ephemeren Mediums reduzieren. Vielmehr beobachten wir eine zunehmende Liquidisierung der Grenze zwischen der digitalen Bilderund der materialen Objektwelt. Tatsächlich kann heute nichts darüber hinwegtäuschen, dass die digitalen Bilder keineswegs einen autonomen Bereich darstellen. Die digitalen Bilderverfahren interpretieren die Welt nicht nur neu, sondern greifen aktiv in ihre materiale und räumliche, d.h. in ihre architektonische Konstitution ein. Vor dem Hintergrund, dass die Architektur mit Skizze, Grund-und Aufriss immer schon vom Bild her gedacht war, scheinen gerade heute die bildhaft-digitalen und die architektonisch-materialen Welten füreinander durchlässig zu werden. Im Zusammenhang mit dem digital turn stellt das 10. Bauhaus-Kolloquium die Frage nach dem Grenzgängertum der Architektur, nach der Wechselwirkung zwischen den räumlich architektonischen und den digitalen Bilderwelten.

– Auszug aus dem Programm

© Archiv der Moderne #BAUHAUS/KOLLOQUIUM/PLAKAT/COPY
© Archiv der Moderne
Fotoalbum Kolloquiums 2007 Download PDF (6,37 MB)

The Reality of the Imaginary.

Architecture and the digital image

Prof. Dr. Gerd Zimmermann

in collaboration with
Vertr.-Prof. Dr. Jörg H. Gleiter

It can be hardly overlooked but the new reality of the digital habitat has been unsettling architecture for quite some time. Steadily and increasingly the new image technologies are shaping the world on their terms. Since the early 1990‘s architecture theory has been shifting its theoretical focus from the linguistic sign to the digital image. For a while it even looked as if spatial imagination might be eventually absorbed by digital media. Some people even believed in a late fulfilment of the post-modern postulate of the end of architecture. But today the digital image techniques can no longer be reduced to a matterless, ephemeral and solely imaginary world. On the contrary, with the growing liquidification of the boundaries between digital images and the world of material objects, digital images do not any longer present an autonomous sphere. The new image techniques not only interpret the world anew but actively interfere with its material and spatial practices, i.e. with its architectural constitution. In the context of today‘s digital turn it seems as if especially today the imaginary digital world and the architectural material world are growing more permeable to each other. Therefore the 10th Bauhaus Colloquium proposes to discuss architecture as a cultural practice that is engaged in a permanent process of border crossing between image and space, between sign and material and between the reality of the architectural space and the imaginary world of the digital sphere.

– Excerpt from the programme

Michael Siebenbrodt

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Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Michael Siebenbrodt

Teilnahme 1976-1989.
Interview geführt von Annika Eheim, 9. Dezember 2015, Weimar (Ausschnitte)

Michael Siebenbrodt

Participation 1976-1989.
Interview conducted by Annika Eheim, 9th December 2015, Weimar (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

© Archiv der Moderne #BHK/02/65
© Archiv der Moderne
Michael Siebenbrodt, 1979. Fotograf: Louis Held, Archiv der Moderne, Weimar

Michael Siebenbrodt erhielt zwischen 1958 und 1970 eine künstlerische Ausbildung an der Martin-Luther-Universität Halle und an der Hochschule für industrielle Formgestaltung, Burg Giebichenstein Halle. Er studierte zwischen 1972 und 1976 Architektur an der HAB Weimar, wo er anschließend bis 1985 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Theorie und Geschichte der Architektur tätig war. Während seines Studiums beteiligte sich Michael Siebenbrodt an der Befragung von ehemaligen Bauhäuslern und beschäftigte sich in seiner Diplomarbeit gemeinsam mit Christine Engelmann, damals Christine Kutschke, mit Detailrecherchen zum Bauhaus-Gebäude in Dessau. Von 1985 bis 1988 war er Leiter des Wissenschaftlich-Kulturellen Zentrums Bauhaus Dessau. Von 1988 bis 1992 war er leitender Mitarbeiter im Kulturamt der Stadt Weimar, 1992 amtierender Direktor der Kunstsammlungen zu Weimar und seit 1993 Kustos der Bauhaus-Sammlungen an den Kunstsammlungen zu Weimar, der heutigen Klassik Stiftung Weimar.

Michael Siebenbrodt received his artistic education between 1958 and 1970, at both the Martin-Luther-Universität in Halle, and at the Hochschule für industrielle Formgestaltung at Halle’s Burg Giebichenstein. Between 1972 and 1976, he studied architecture at the Weimar HAB, where he then worked as a research assistant in the Department of the History and Theory of Architecture until 1985. As a student, Siebenbrodt participated in the interviews of former Bauhäusler, and while completing his master thesis, together with Christine Engelmann (formerly Christine Kutschke), he focused on conducting detailed research into the Dessau Bauhaus building. Between 1988 and 1992, he held a leading position at the culture department in the city of Weimar. In 1992 he became acting director of the Kunstsammlungen zu Weimar; and in 1993 he became curator of the Bauhaus collections at the Kunstsammlungen zu Weimar (later named Klassik Stiftung Weimar).

Wolfgang Thöner

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Rückblicke

Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Wolfgang Thöner

Teilnahme 1989.
Interview geführt von Adrienne Michels, 15. Januar 2016, Dessau (Ausschnitte)

Wolfgang Thöner

Participation in 1989.
Interview conducted by Adrienne Michels, 15th January 2016, Dessau (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

Wolfgang Thöner studierte zwischen 1977 und 1981 Kunsterziehung und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist seit 1986 am Wissenschaftlich-Kulturellen Zentrum Bauhaus Dessau, der heutigen Bauhaus-Stiftung Dessau, als Kurator und Forscher tätig. In dieser Funktion war er verantwortlich für zahlreiche Ausstellungen zur Bauhausgeschichte, zur Architektur, zu Personen und übergreifenden Themen und auch zu zeitgenössischen Künstlern am Bauhaus-Dessau. Er übernahm 2009 die Leitung des Bereichs Sammlung. Er ist Herausgeber und Autor zahlreicher Bücher, Essays, Aufsätze und Vorträge.

Wolfgang Thöner studied art education and German philology at Humboldt-Universität zu Berlin. Since 1986, he has worked at the Wissenschaftlich-Kulturelles Zentrum Bauhaus Dessau (now the Bauhaus-Stiftung Dessau), as a curator and researcher. In these roles, he has realized numerous exhibitions on the history of the Bauhaus, architecture, particular individuals and several overarching themes, as well as on contemporary artists at the Bauhaus Dessau. In 2009, he took over as head of collections. He is also the editor and author of numerous books, essays, papers and lectures.

2009

XI. Internationales Bauhaus-Kolloquium 01.–04. April

Die Architektur der neuen Weltordnung.

Prof. Dr. Gerd Zimmermann
Leitung des Kolloquiums

In Zusammenarbeit mit
Prof. Dr. Kari Jormakka

In der globalisierten Welt von heute bekommen Star-Architekten ihre spektakulärsten Aufträge von Staaten und Herrschern, die keine demokratischen Kommitees oder Planungsregeln berücksichtigen müssen. Unpassender Weise floriert also die progressive Architektur besonders in Staaten mit repressiven Regimes und Fragezeichen im Bereich der Menschenrechte.
Dennoch neigen zeitgenössische Architekturkritiker dazu, ökonomische, politische, soziale und ethische Gesichtspunkte, die jegliche globale architektonische Praxis durchdringen, zu ignorieren, und sich stattdessen auf die ästhetischen Aspekte des Entwurfes, wie Ornament, Atmosphäre und Stimmungen, zu konzentrieren. Sie lehnen offen jede moralische Verantwortung ab und verneinen jede Möglichkeit des Widerstandes gegenüber ökonomischer oder politischer Macht.
Selbstverständlich ist dies keine neue Haltung. In den frühen 20er Jahren deklarierte Walter Gropius, der erkannt hatte, dass die Zeit der kritischen, expressionistischen Praxis vorüber war, was gebraucht werde, sei „entschlossene Bejahung“ der neuen Bedingungen, und Ludwig Mies van der Rohe
verlangte: „wir wollen die veränderten wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse als eine Tatsache hinnehmen. Alle diese Dinge gehen ihren schicksalhaften und wertblinden Gang.“ Sicherlich kann Theorie als Ideologie fungieren, aber kann sie auch eine konstruktivere, projektive Rolle der Einflussnahme auf zukünftige Praxis übernehmen? Dies ist eine der Fragen, die das 11. Bauhaus-Kolloquium untersuchen wird.

– Auszug aus dem Programm

© Archiv der Moderne #AUFSTELLER7
© Archiv der Moderne

Architecture in the Age of Empire.

Prof. Dr. Gerd Zimmermann
Director of the Colloquium

In collaboration with
Prof. Dr. Kari Jormakka

In the globalized world of today, star architects get their most spectacular commissions often from states and leaders who need not consult democratic committees or heed to planning regulations. Somewhat incongruously, progressive architecture flourishes in countries with repressive regimes. Still, economic, political, social and moral issues that pervade any globalized architectural practice tend to be ignored by contemporary critics. They refuse any political or moral responsibility and disclaim the very possibility of resistance to economic or political power. This is, of course, not a new attitude. In the early 1920s, realizing that the time of critical, expressionist practice was over, Walter Gropius declared that what is needed is “a resolute affirmation” of the new conditions, and Ludwig Mies van der Rohe demanded: “let us accept the changed economic and social conditions as a fact. All these things go their way guided by destiny and blind to values.” Certainly, theory can function as ideology but can it also assume a more constructive, projective role of influencing future practice? This is just one of the questions that will be examined by the 11th Bauhaus Colloquium.

– Excerpt from the programme

2013

XII. Internationales Bauhaus-Kolloquium 04.–07. April

Henry van de Velde und die Idee des Gesamtkunstwerkes.

Zum 150. Geburtstag Henry Van de Veldes

Prof. Dr. Carsten Ruhl
Direktor des Kolloquiums

Wenngleich der „Hang zum Gesamtkunstwerk“ bis heute ein ständiger Begleiter architektonischer und künstlerischer Konzepte ist, scheint der Begriff selbst im aktuellen Diskurs kaum mehr eine größere Rolle zu spielen. Seit den traumatischen Erfahrungen mit den totalitären Regimes des 20. Jahrhunderts besteht eine begründete Skepsis gegenüber dem Streben nach einer umfassenden oder gar monumentalen Gestaltung der Lebenswelt. Indessen lässt sich das Gesamtkunstwerk nicht ausschließlich auf bestimmte, tradierte Formen der politischen Repräsentation festlegen. Allgemein gesprochen, manifestiert sich darin weniger eine bestimmte Ästhetik, denn eine doppelte Strategie der Entgrenzung: Gegenüber der Gesellschaft behauptet es seit dem 19. Jahrhundert die Einheit von Kunst und Leben. Im Horizont der ästhetischen Moderne strebt es die Auflösung traditioneller Gattungsgrenzen an. Das Gesamtkunstwerk versteht sich damit einerseits als räumliche Gestaltung und andererseits als intermediale Konfiguration. Die Architektur ist für diesen Zusammenhang von zentraler Bedeutung. Als eine Kunst, die sich nolens volens mit dem Anspruch konfrontiert sieht, widersprüchliche Codes in eine gestalterische Einheit zu fassen, ist sie Bedingung und Form des Gesamtkunstwerks zugleich. Sie ist mit Henry van de Velde gesprochen „das Herz der wahren Einheitlichkeit der Künste“. Das 12. Internationale Bauhaus-Kolloquium der Universität Weimar nimmt den 150. Geburtstag des belgischen Architekten, Künstlers und Designers zum Anlass, nach der modernen Konzeption des Gesamtkunstwerks im 20. Jahrhundert und seiner Bedeutung für den jüngeren und gegenwärtigen Architekturdiskurs zu fragen.

– Auszug aus dem Programm

© Archiv der Moderne #PLAKAT/BAUHAUS/KOLLOQUIUM/2013/DRUCK
© Archiv der Moderne
Fotoalbum Kolloquiums 2013 Download PDF (4,65 MB)

Henry van de Velde and the Total Work of Art.

The 150th Anniversary of Henry van de Velde

Prof. Dr. Carsten Ruhl
Director of the Colloquium

Even though “The Tendency towards the Total Work of Art” still is a permanent companion of architectural as well as artistic concepts, it seems to be playing only a minor role in the current discourse. The traumatic experiences with totalitarian regimes in the early 20th century have raised a sound scepticism towards attempts of an all-encompassing, let alone monumental design of our Lebenswelt (lived world). However, the Total Work of Art cannot be identified exclusively with a certain, traditional form of political representation. Generally speaking, it manifests much less a certain aesthetic style then a twofold strategy of border removal: since the 19th century, it maintains the idea of a Unity of Art and Life within society. Within the horizon of aesthetic modernism, it blurs the boundaries of traditional disciplines. The Total Work of Art is thus regarded as spatial design as well as an intermediary configuration. In this association, architecture is of central importance. An art that is unwittingly confronted with the requirement to frame opposing codes into a creative unity, is at the same time prerequisite as well as stage for the Synthesis of the Arts. Architecture is, to speak with Henry van de Velde, “the heart of a true unity of the Arts”. The 12th International Bauhaus-Colloquium at the Bauhaus-University Weimar […] takes on the 150th birthday of the Belgian Architect, Artist and Designer as a chance to ask for modern conceptions of the Total Work of Art in the 20th century and its impact on more recent and current architectural discourse.

– Excerpt from the programme

Programm des XII. Bauhaus-Kolloquiums

Karin Wilhelm

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Rückblicke

Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Karin Wilhelm

Teilnahme am Bauhaus-Kolloquium 1992, 1996 und 2009.
Interview geführt von Lena Laine, 22. Mai 2016, Berlin (Ausschnitte)

Karin Wilhelm

Participation in the Bauhaus-Colloquium in 1992, 1996 and 2009.
Interview conducted by Lena Laine, 22nd May 2016, Berlin (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

© Archiv der Moderne #BHK/06/68
© Archiv der Moderne
Karin Wilhelm, 1992. Fotograf: Angelika Fischer, Archiv der Moderne, Weimar

Karin Wilhelm studierte Soziologie, Psychologie und Kunstgeschichte an den Universitäten Heidelberg, München und Berlin. Sie promovierte bei Heinrich Klotz in Marburg. 1991 wurde sie als Professorin für Kunst und Architekturgeschichte im Fachbereich Architektur an die Technische Universität Graz berufen. 2001 wechselte sie an die TU Braunschweig, an der sie bis 2012 als Professorin für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt tätig war. Zu ihren Publikationen gehören Walter Gropius – Industriearchitekt (Vieweg Verlag, DAM, 1983), Portrait Frei Otto. Architekten heute. (Berlin, 1985), Kunst als Revolte (Anabas-Verlag Giessen, 1996) und Neue Städte für einen neuen Staat – die städtebauliche Erfindung des modernen Israel und der Wiederaufbau in der BRD. Eine Annäherung (hg. mit Kerstin Gust, transcript-Verlag, Bielefeld, 2013). Sie sprach im Bauhaus-Kolloquium 1992 über Technik und Herrschaft in der Metropolenarchitektur des 20. Jahrhunderts und nahm an einer Podiumsdiskussion mit Heinrich Klotz, Charles Jencks, Gerd Zimmermann und Michael Müller über Architektur und Macht teil, in der es zu einer, letztlich kontrovers geführten Debatte zu den politischen Wirkungsweisen einer pluralistischen und marktorientierten Postmoderne kam.

Karin Wilhelm studied sociology, psychology and art history at the universities of Heidelberg, Munich and Berlin. During her doctorate, she was mentored by Heinrich Klotz in Marburg. In 1991, Wilhelm was appointed Professor of Art and Architectural History in the Department of Architecture at Graz University of Technology. In 2001, she moved to the Braunschweig University of Technology, where she worked as Professor of History and Theory of Architecture and the City. Her publications include Walter Gropius – Industriearchitekt (Vieweg Verlag, DAM, 1983), Portrait Frei Otto: Architekten heute (Berlin, 1985), Kunst als Revolte (Anabas-Verlag Giessen, 1996) und Neue Städte für einen neuen Staat – die städtebauliche Erfindung des modernen Israel und der Wiederaufbau in der BRD: Eine Annäherung (hg. mit Kerstin Gust, transcript-Verlag, Bielefeld, 2013). At the 1992 Bauhaus-Colloquium, she spoke about technology and dominance in the architecture of 20th-century metropolises, and also took part in the Architecture and Power panel discussion with Heinrich Klotz, Charles Jencks, Gerd Zimmermann and Michael Müller. During this discussion, a controversial debate arose about the political mechanisms of pluralistic and market-oriented postmodernism.

„1992, das war toll. Erst einmal wohnte man in einem der schönsten Hotels, in dem man immer wohnen wollte, dem Elephanten. Das machte man nicht jeden Tag! Dann war natürlich die Begegnung mit Goethes Gartenhaus ein Erlebnis. Also ein Erlebnisfeld jagte das nächste und ich empfand das als sehr anregend. Obwohl es, das muss ich sagen, immer auch bestimmte Distanzierungen zwischen Ostlern und Westlern gab. Man wusste noch nicht genau, wer wo stand und wie man sich gegenseitig einzuschätzen hatte. Dieses Gefühl ist mir geblieben.“

Karin Wilhelm im Gespräch mit Lena Laine, 2016

“1992, that was great. First, we stayed in one of the most beautiful hotels, in which you have always wanted to stay, the Elephant. That doesn’t happen everyday! Then, the encounter with Goethe’s garden house was a highlight. So one highlight followed the other and I found it very exciting. Although, I have to admit that there was always a certain distance between the ones coming from east and the ones from the west. Nobody knew exactly, where the other was standing and how to assess each other. This feeling has stayed.”

Karin Wilhelm in conversation with Lena Laine, 2016

Alfred Grazioli

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Rückblicke

Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Alfred Grazioli

Teilnahme 1976, 1986 und 1989.
Interview geführt von Lena Laine, 21. Juni 2016, Berlin (Ausschnitte)

Alfred Grazioli

Participation 1976, 1986 and 1989.
Interview conducted by Lena Laine, 21st June 2016, Berlin (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

Alfred Grazioli studierte, nach einer beruflichen Tätigkeit, zwischen 1966 und 1972 Architektur an der HFG in Ulm sowie an der Ecole d’Architecture der Université de Genève EAUG. Seit 1971 ist er als freischaffender Architekt in Basel und Berlin tätig. 1972 erhielt er den Ruf zur Professur Entwerfen und Städtebau an der Universität der Künste Berlin.
Er gründete 2000 das Büro Grazioli und Muthesius, Architektur und Städtebau (Berlin, Basel, Zürich).

Alfred Grazioli, after completing some professional activities, studied architecture at the HFG in Ulm and the Ecole d’Architecture der Université de Genève EAUG between 1966 and 1972. Since 1971, he has worked as a freelance architect, based in Basel and Berlin. In 1972, he was appointed as Professor of Design and Urban Planning at the Universität der Künste in Berlin. In 2000, he founded the office Grazioli und Muthesius, Architektur und Städtebau (Berlin, Basel, Zürich).

„Mein Beitrag war inoffiziell über den West-Berliner Wohnungsbau, weil der sich damals in großer Schieflage befand. Mir ist aufgefallen, dass die DDR-Leute sehr glücklich darüber waren, dass einer kritisch über West-Berlin redete. Die saugten ja alles auf, was da an Westkritik kam.“

Alfred Grazioli im Gespräch mit Lena Laine, 2016

“My contribution about housing in West Berlin was unofficial, because at the time the project was facing some difficulties. I realized that the people in the GDR were really happy that someone was finally speaking critically about West Berlin. They absorbed everything that was critical of the West.”

Alfred Grazioli in conversation with Lena Laine, 2016

Michael Müller

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Rückblicke

Die internationalen Bauhaus-Kolloquien in Weimar 1976-2016

In Retrospect

The international Bauhaus-Colloquia in Weimar 1976-2016

Michael Müller

Teilnahme am Bauhaus-Kolloquium 1992

Interview geführt von Lena Laine, 28. Mai 2016, Bremen (Ausschnitte)

Michael Müller

Participation in the Bauhaus-Colloquium 1992

Interview conducted by Lena Laine, 28th May 2016, Bremen (Excerpts)

Centre for Documentary Architecture

© Weimar, 2016

© Archiv der Moderne #BHK/06/64
© Archiv der Moderne
Michael Müller, 1992. Fotograf: Harald Wenzel, Archiv der Moderne, Weimar

Michael Müller studierte Kunstgeschichte, Archäologie, Philosophie und Soziologie in Wien, London und Frankfurt am Main. Er promovierte 1974 mit der Schrift Die Verdrängung des Ornaments an der Universität Frankfurt am Main. Zwischen 1977-2013 war er Professor für Kunst- und Kulturwissenschaft und Kunstpädagogik an der Universität Bremen, wo er auch das Institut für Kunstwissenschaft und Kunstpädagogik leitete. Zu seinen Publikationen gehören Die Villa als Herrschaftsarchitektur (Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1970), Funktionalität und Moderne (mit Christoph Mohr, Edition Fricke, Köln, 1984) und Architektur und Avantgarde (Syndikat, Frankfurt am Main, 1984).

Michael Müller studied art history, archeology, philosophy and sociology in Vienna, London and Frankfurt am Main. He graduated with a doctoral thesis titled Die Verdrängung des Ornaments (The Displacement of Ornaments) at the University of Frankfurt am Main in 1974. Between 1977 and 2013 he was Professor of Aesthetic and Cultural Science and Art Education at the University of Bremen, where he acted as head of the Institute for Aesthetics and Art Education. His publications include Die Villa als Herrschaftsarchitektur (Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1970), Funktionalität und Moderne (mit Christoph Mohr, Edition Fricke, Köln, 1984) und Architektur und Avantgarde (Syndikat, Frankfurt am Main, 1984).

„Ich selber komme politisch gesehen aus dem sogenannten Nietz’schen Kontext, aus der Frankfurter Schule und für uns waren gewisse anarchische Aspekte, oder überhaupt das Spiel mit Fantasie, das Spiel mit Widersprüchen nicht fremd und das war etwas, was man mit DDR-Kollegen noch nicht einmal unter der Hand besprechen konnte. Mich hat auch offen gesagt dieses „Herunterspulen“ der Essentials, des dialektischen Materialismus gestört, bevor man dann zum Teil eine recht biedere und bürgerliche Architekturgeschichte oder auch Kunstgeschichte betrieb. Es war einfach nicht kritisch genug.“

Michael Müller im Gespräch mit Lena Laine, 2016

“Politically, I come from the so-called Nietzschean context, from the Frankfurt School; and for us, certain anarchistic aspects, or even the play with fantasy, the play with contradictions, were not alien. And that was something you couldn’t even discuss privately with colleagues in the GDR. Frankly, I was disturbed by this downplaying of the essentials, of the dialectic materialism; while in fact practicing a really conservative architectural and art history. It was just not critical enough.”

Michael Müller in conversation with Lena Laine, 2016

2016

XIII. Internationales Bauhaus-Kolloquium 26.–29. Oktober

Dust and Data

Prof. Dr. Ines Weizman
Direktorin des Kolloquiums

Das Internationale Bauhaus-Kolloquium der Bauhaus-Universität Weimar ist eine der ältesten und renommiertesten Konferenzen zu Fragen der Theorie und Geschichte der Architektur im deutschsprachigen Raum.
Das Kolloquium wurde 1976 etabliert, um die Rekonstruktion des Bauhaus-Gebäudes in Dessau – eine Initiative, die ganz wesentlich von Architekten und Professoren an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar vorbereitet und begleitet wurde – zu feiern. Sowohl die Wiedereröffnung des Bauhaus-Gebäudes in Dessau als auch die Einladung internationaler Gäste aus Ost und West nach Weimar markierte einen wichtigen Moment in der mittlerweile vermehrt öffentlich diskutierten Bauhausrezeption der ehemaligen DDR. Jedes dieser Treffen in Weimar, die etwa alle drei bis vier Jahre mit Forschern, Theoretikern, Künstlern, Architekten und früheren Mitgliedern des Bauhauses stattfanden, testeten in ihren Vorträgen und Äußerungen, was unter den damaligen politischen Verhältnissen gesagt werden durfte und was man über den Verbleib der Objekte und Personen des Bauhauses, sowie über Sammlungs- und Denkmalschutzinitiativen wusste.

Grafik Design: Happy Little Accidents

Dust and Data

Prof. Dr. Ines Weizman
Director of the Colloquium

The International Bauhaus Colloquium is one of the oldest and renowned conferences on questions of theory and history of architecture.
The Colloquium was first held in Weimar in 1976 to celebrate the restoration of the derelict Bauhaus building in Dessau and discuss the legacy of the school, and was staged every three or four years thereafter. The invitation of international guests to the GDR (East Germany) marked not only the relative openness of the start of the meltdown years of the Soviet bloc but also an important shift in the reception of Bauhaus history, a legacy previously ignored in East Germany as too individualistic. Each of the meetings in Weimar brought together scholars, theorists, artists, architects and former students from both the East and the West. Given the political climate, presentations necessarily tested the limits of political speech and laid the foundation for an imagined, and indeed fragmented, collection constrained by geopolitical and ideological divisions. The discussion was conditioned by the different ideological positions and offered divergent readings of the school in a conference room that has become one of the heated, if tamed, arenas for Cold-War encounter. It was only when the Iron Curtain was fully drawn aside that a set of historical black boxes, locked up in state and private archives, was opened, allowing for new light to be shed on the period and the ideological colouring of the divergent stories. The conference has become one of the most important institutional events in the international academic landscape – an important site of academic experimentation and reflection upon not only the history of the Bauhaus but also that of modernism, within which it is situated.

2019

XIII. Internationales Bauhaus-Kolloquium 10.–12. April

Prof. Dr. Ines Weizman
Direktorin des Kolloquiums

In Zusammenarbeit mit
Max Welch-Guerra
Eva von Engelberg
Johannes Warda

100 Jahre nach Gründung des Bauhauses 1919 wird sich das 14. Inter­nationale Bauhaus-Kolloquium vertiefend mit der Geschichte des Bauhauses an dessen Wirkungs­stätten Weimar, Dessau und Berlin sowie seiner inter­nationalen Rezeption und Migration auseinandersetzen. Im Jubiläums­jahr versammelt das Bauhaus-Kolloquium eine inter­disziplinäre Gemein­schaft von Forschenden und hält kritische Rück­schau auf die Anfänge und den historischen Kontext des Jahres 1919. Es beleuchtet die gesell­schafts­politische Einbettung des Bauhauses in die Global­geschichte des 20. Jahrhunderts und fragt nach der Etablierung einer „Bauhaus-Architektur“ als Stil­kanon in der Architektur­historiographie der Nachkriegs­zeit. Unausweichlich spiegelt die Geschichte des Bauhauses dabei auch die Fragen der gestaltenden Disziplinen der Gegen­wart zurück. Inter­nationale Architekt­Innen, Künstler­Innen, Historiker­Innen und Gesell­schafts­wissenschaftler­Innen werden das historische Bauhaus mit der Gegen­wart konfrontieren.

– Ines Weizman
Konferenzdirektorin

Grafik Design: Happy Little Accidents

Prof. Dr. Ines Weizman
Director of the Colloquium

In collaboration with
Max Welch-Guerra
Eva von Engelberg
Johannes Warda

One hundred years after the founding of the Bauhaus in 1919, the 14th Inter­national Bauhaus Colloquium will reflect on the history of the school at its original sites in Weimar, Dessau, and Berlin, as well as its inter­national reception and migration. In the anniversary year of the founding of the Bauhaus, this colloquium will bring together an inter­disciplinary community of researchers, providing a critical look back at its beginnings and at the historical context of the year 1919. It also aims to shed light on the socio-political context of the Bauhaus in twentieth-century history and examine the establishment of “Bauhaus architecture” as a canonical style in the archi­tectural historio­graphy of the post-war period. Inevitably, the history of the Bauhaus reflects on some of the core questions of the design disciplines of today, so inter­national architects, urban planners, artists, social scientists, historians, and theoreticians will confront representations and perspectives of the historical Bauhaus with the present day.

– Ines Weizman
Conference director

Teilnehmer

Land Name 1976 1979 1983 1986 1989 1992 1996 1999 2003 2007 2009 2013
Land Name 1976 1979 1983 1986 1989 1992 1996 1999 2003 2007 2009 2013
Anzahl Besucher 107 173 279 337 381 40 54 19 44 63 61 54
Ägypten
Ägypten El-Saai, Maher 1986 1989
Äthiopien
Äthiopien Hailu, Yohannes 1986
Belgien
Belgien Aron, Jacques 1986
Belgien Burniat, Patrick 1986
Belgien Liefooghe, Maarten 2013
Belgien van Boxelaer, Franz 1986 1989
Belgien Verlinden, Leo 1989
Belgien Vervoort, Stefaan 2013
Belgien Vincent, Paul-Emile 1986
Berlin (West)
Berlin (West) Barz, Hildegard 1986 1989
Berlin (West) Droste, Magdalena 1983 1986 1989
Berlin (West) Geist, Johann Friedrich 1983 1986 1989
Berlin (West) Grazioli, Alfred 1983 1986
Berlin (West) Hahn, Birgitte 1979
Berlin (West) Hahn, Peter 1979 1983 1989
Berlin (West) Hammann, Winfried 1989
Berlin (West) Hausmann, Erika 1986
Berlin (West) Hintz, Karsten 1989
Berlin (West) Kieren, Martin 1986 1989
Berlin (West) Krausse, Joachim 1986 1989
Berlin (West) Krumteich, Hanna 1989
Berlin (West) Kürvers, Klaus-D. 1986 1989
Berlin (West) Leo, Ludwig 1983 1986
Berlin (West) Ludewig, Manfred 1989
Berlin (West) Quijano, Marcela 1983
Berlin (West) Riemann, Sibille 1983 1989
Berlin (West) Scheper, Dirk 1983
Berlin (West) Scheper, Renate 1983
Berlin (West) Schlenzig, Gerhard 1986
Berlin (West) Wingler, Hans Maria 1979
Berlin (West) Wingler, Hedwig 1979
Brasilien
Brasilien Da Silva, Roberto 1986
Brasilien Duarte, Rodrigo 1999
Brasilien Loureiro, Felipe 2013
Bulgarien
Bulgarien Filipow, Gawril 1983
Bulgarien Nenov, Nikolai 1986
Bulgarien Sandev, Costa 1989
Bulgarien Smoljanow, Alexander 1989
Bulgarien Sterew, Sterü Georgiew 1976
Bulgarien Warbanowa, W. 1983
BRD
BRD Arndt, Gertrud 1983
BRD Bauer, Carl 1986
BRD/NL Bollerey, Franziska 1986 1989 1992 1996
BRD Boyken, Immo 1986
BRD/D Brake, Klaus-Heinrich 1989 1992
BRD Bruttel, Roswitha 1989
BRD Burghardt, Berthold 1986 1989
BRD Burkhardt, Annemarie 1983
BRD Burkhardt, Lucius 1983
BRD Fehl, Gerhard 1989
BRD Frank, Ellen 1983
BRD Frank-v. Maur, Karin 1983
BRD Friemert, Chup 1983 1986 1989
BRD Gaßner, Hubertus 1986
BRD Genz, Kurt 1983
BRD Haarnagell, Günter 1989
BRD/D Hartmann, Kristiana 1986 1992 1996
BRD/D Helms, Hans G 1986 1989 1992 1996
BRD Henn, Hildegard 1989
BRD Henn, Walter 1989
BRD Herget, Gerhard 1989
BRD Hermann, Erika 1986
BRD Hilpert, Thilo 1979
BRD Janssen, Jörn 1989
BRD Jammers, Hiltrud 1979
BRD Jammers, Reinhard 1979
BRD Kallnbach, Kuno 1983
BRD Kellner, Petra 1989
BRD Kleinerüschkamp, Werner 1989
BRD Kramer, Ferdinand 1979 1983
BRD Kramer, Lore 1979 1983 1986 1989
BRD Kuhnert, Nikolaus 1989
BRD/D Meurer, Berndt 1989 1992 1996
BRD Minke, Gernot 1989
BRD Moldenschardt, Hans-Heinrich 1986 1989
BRD Muche, Georg 1979 1983
BRD Müller, Werner 1989
BRD Nerdinger, Winfried 1983 1986 1989
BRD Neumann, Eckhard 1979 1983 1986 1989
BRD/D (NL) Oswalt, Philipp 1989 1996 2009
BRD Petsch, Joachim 1979 1983 1986 1989
BRD Petsch-Bahr, Wiltrud 1979 1983 1986
BRD Petzinger, Renate 1986
BRD Rattemeyer, Volker 1986
BRD Richter, Wolfgang 1989
BRD Roericht, Hans 1983
BRD Schirmer, Wulf 1986
BRD Schirmer, Edda 1986
BRD Schütt, Bernd 1989
BRD Schlemmer, Jaina Ute 1983 1986
BRD Schlemmer, Raman 1983 1986
BRD Schlemmer, Tut 1979 1983
BRD Staubach, Helmut 1989
BRD Steckner, Cornelius 1983
BRD Weber, Jos 1983 1986
BRD Weick, Wolfgang E. 1989
BRD Weis, Ursula 1989
BRD/D Wick, Rainer 1983 1986 1992 1996
BRD zur Netten, Felix 1989
Chile
Chile Mondragon, Hugo 2013
Chile Vargas, Eduardo 1986 1989
China
China Qun, Dang 2009
China Yansong, Ma 2009
CSSR
CSSR Adlerova, Alena 1979
CSSR Beisetzer, L.adislav 1983
CSSR Blühova, Irene 1983 1986
CSSR Budkeova, Barnislava 1989
CSSR Fuchs, Kamil 1986
CSSR Havas, Peter 1983 1986 1989
CSSR Jaros, Jan 1989
CSSR Kandrl, Karel 1989
CSSR Karfik, Vladimir 1989
CSSR Karfikowa, Svetla 1989
CSSR Labaj, Osvald 1989
CSSR Lamarova, Bohumila M. 1979 1983
CSSR Masák, Miroslav 1986
CSSR Metcinski, Ludvik 1986
CSSR Mojzisova, Iva 1986
CSSR Pechar, Josef 1979 1983 1986
CSSR Radova, Milada 1979
CSSR Suchomel, Jiri 1986
CSSR Sekera, Jan 1979 1983
CSSR Sevcik, Jiri 1979 1983 1986 1989
CSSR Slachta, Stefan 1989
CSSR Slapeta, Vladimir 1979 1986 1989
CSSR Straus, Tomás 1979
CSSR Urban, Milan 1986
CSSR Ürlich, Petr 1979
CSSR Zraley, Wenzel 1979
Dänemark
Dänemark Bastlund, Knud 1983
Dänemark Munch, Anders V. 2013
Dänemark Rumpfhuber, Andreas 2009
DDR
DDR Adami, Horst 1989
DDR Ahnemüller, Rolf 1983
DDR Albeshausen, Sigrid 1983
DDR Albershausen, Hans 1989
DDR Alder, Waldemar 1986 1989
DDR Alvarez, Manuel 1986
DDR Ameling, Lothar 1983 1986 1989
DDR Andrä, Isolde 1983
DDR Andrä, Klaus 1989
DDR Andreas, Rolf 1986
DDR Andres, Günter 1983 1986
DDR Angermann, Bärbel 1989
DDR Apel, Angelika 1986
DDR Arnold, Günter 1986
DDR Aschenbach, Hanna 1989
DDR Bach, Anita 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Bach, Joachim 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Bartsch, Ekkard 1983 1989
DDR Bauer, Hans 1989
DDR Baumbach, Christine 1986
DDR Baumbach, Kurt 1986 1989
DDR Baumbach, Peter 1983
DDR Baumbach, Ute 1983 1986
DDR Baumgärtel, Gerhard 1983 1986 1989
DDR Begenau, Siegfried Heinz 1976 1979 1983
DDR Behr, Adalbert 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Beil, Stefan 1986
DDR Berg, Carola 1986
DDR Berger, Hans 1976
DDR Berger, Manfred 1989
DDR Berger, Matthias 1986 1989
DDR Bernhardt, Gunter 1989
DDR Berning, Barbara 1983 1986 1989
DDR Bertram, Bernd 1989
DDR Beyer, Klaus 1986
DDR Bieberbach, Dieter 1989
DDR Blank, Michael 1989
DDR Blei, Eberhard 1986
DDR Blätterlein, A. 1989
DDR Bock, Sabine 1979
DDR Bock, Sonni 1986
DDR Bonitz, Johannes 1989
DDR Bornkessel, Ulla 1979
DDR Böhme, Sylvia 1986
DDR Börnert, Gottfried 1976 1979 1983 1986
DDR Bortenreuter, Lothar 1983
DDR Bote, Peter 1986 1989
DDR Böttcher, Andreas 1986
DDR Bräuer, Michael 1983 1986 1989
DDR Braune, Harry 1989
DDR Brandstädter, Wulf 1983
DDR Brodhun, Paul 1979
DDR Brock, Udo 1986 1989
DDR Budszuhn, Dieter 1979 1983 1986
DDR Bürgel, Hannes 1989
DDR Büttner, Oskar 1983 1986
DDR Burggraf, Horst 1983
DDR Burghardt, Gerhald 1989
DDR Burhenne, Jochen 1986
DDR Burmeister, Karl-Heinz 1986 1989
DDR Casparius, Joachim 1983 1986 1989
DDR Claus, Werner 1979 1983
DDR Clausing, Hugo 1983
DDR Collein, Edmund 1976 1979 1986 1989
DDR Collein, Lotte 1979
DDR Dauer, Horst 1989
DDR Decker, Martin 1983 1986 1989
DDR Deutschland, Heinz 1989
DDR Dielitzsch, Christoph 1989
DDR Dietel, Clauss 1986
DDR Dietl, Roland 1989
DDR Dietzsch, Folke 1983 1986 1989
DDR Dinger, Jörg 1986
DDR Doehler, Peter 1976 1983
DDR Dohnert, Sigfried 1976
DDR Dolgner, Angela 1989
DDR Dolgner, Dieter 1976 1979 1983 1986
DDR Döll, Georg 1986
DDR/D Donath, Dirk 1989 1996
DDR Dorst, Till 1989
DDR Drechsler, Volkrad 1986 1989
DDR Drescher, Eberhard 1983
DDR Dreßler, ? 1979
DDR Driefer, Hans-Joachim 1989
DDR Dupke, Eckhard 1989
DDR Eberlein, Kurt 1983 1989
DDR Ehlert, Ingrid 1976
DDR Ehrlich, Franz 1976 1979 1983
DDR Eichert, Christine 1979 1983
DDR Eichner, Georg 1989
DDR Eisel, Eberhard 1989
DDR Emmrich, Angelika 1986 1989
DDR Emmrich, Peter 1979 1986
DDR Engel, Margit 1979
DDR Engelberger, Otto 1976
DDR Engelskircher, Horst 1983
DDR Erfurth, Helmut 1986
DDR Ewald, Rudi 1989
DDR Fabian, Birgitte 1983
DDR Falkenberg, Manuela 1983 1986
DDR Fankhänel, Günter 1986
DDR Färber, Axel 1986
DDR Fetter, Werner 1986
DDR Fichte, Werner 1979
DDR Fiedler, Reinhold 1979 1983 1986 1989
DDR Fieger, Dora 1979 1983 1986
DDR Fischer, Dietmar 1983 1989
DDR Fischer, Hans-Joachim 1989
DDR Fliegel, Siegbert 1983 1986 1989
DDR Flieger, Alfred 1979
DDR/D Flierl, Bruno 1979 1983 1986 1989 1992
DDR Förster, Alfred 1989
DDR Franke, Gerhard 1979 1983 1986
DDR Franz, Dieter 1976 1979 1983 1989
DDR Frietzsche, Erich 1983
DDR Fritsch, Rolf 1979
DDR Fröhlich, Werner 1983
DDR Fuchs, Joachim 1986 1989
DDR Fuchs, Karl-Albert 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Funke, Rainer 1986 1989
DDR Funkat, Walter 1976 1983
DDR Gampe, Hiltrud 1976
DDR Gaube, Andrea 1986
DDR Geisler, Reinhard 1986 1989
DDR Geisler, Wolfgang 1976 1989
DDR Gelbricht, Klaus-Jürgen 1986
DDR Gerhard, Max 1979
DDR Geyer, Bernhard 1983
DDR Geyer, Katrin 1989
DDR Gersonde, Petra 1989
DDR Gibbels, Gert 1983 1986
DDR Glißmeyer, Hans 1979 1983 1986 1989
DDR Götze, Hans 1986
DDR Grabowski, Horst 1986
DDR Graffunder, Heinz 1983
DDR Greiner, Johann 1986
DDR Griebel, Kurt 1983
DDR Griebel, Nikolaus 1979 1983 1986 1989
DDR Groer, Sieghard 1989
DDR Groh, Rainer 1986
DDR Grönwald, Bernd 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Grönwald, Marlies 1979 1983 1986 1989
DDR Groß, Peter 1983 1986 1989
DDR Groschupf, ? 1976
DDR Grund, Iris 1989
DDR Grüning, Michael 1989
DDR Grzesiak, Angela 1986
DDR Gülzow, Ernst 1983 1989
DDR Günther, Gerold 1989
DDR Gutzer, Silke 1983 1986
DDR Gutjahr, Roland 1983
DDR Hähle, Wolfgang 1979 1983
DDR Härter, Joachim 1983 1986 1989
DDR Hahn, Horst 1989
DDR/D Hain, Simone 1979 1983 1986 1992
DDR Hannemann, Christine 1989
DDR Harksen, Hans 1976 1979
DDR Hartmann, Gerlinde 1986 1989
DDR Hartzsch, Günter 1986
DDR Harwardt, Heinz 1983 1986 1989
DDR Hauschild, Thea 1976
DDR Hausdorf, Siegfried 1979 1983
DDR Hecht, Alfred 1983 1986 1989
DDR Heidenreich, Gotthard 1989
DDR Heinemann, Horst 1983 1986
DDR Heister, E. 1976
DDR Hemmann, Regina 1986
DDR Hengst, Helmut 1983 1989
DDR Henn, Ewald 1983 1986 1989
DDR Hennecke, Fritz 1979
DDR Herfurt, Renate 1976
DDR Herfurth, Günter 1979
DDR Herrmann, Henry 1983
DDR Heumann, Benny 1983
DDR Hillmann, Siegfried 1989
DDR Hirdina, Heinz 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Hirdina, Karin 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Hirstowski, S. 1976
DDR Hoffmann, Alfred 1976 1979 1986 1989
DDR? Hoffmann, Helga 1979
DDR Hofmann, Angela 1986
DDR Höhne, Günter 1986
DDR Holle, Jürgen 1983 1986
DDR Honigmann-Zinserling, L. 1976 1979 1983
DDR Horn, Rudolf 1976
DDR Horn, Ursula 1979
DDR Hubrich, Hannes 1983 1986 1989
DDR Hugk, Ulrich 1986 1989
DDR Hunger, Berndt 1986 1989
DDR Hüter, Karl-Heinz 1976
DDR Hutschenreuther, Günter 1979 1983 1986 1989
DDR Iffland, Inge 1979
DDR Irmer, ? 1979
DDR Ismer, Bernhard 1989
DDR Jablonowski, Ulla 1986
DDR Jakobson, Hans-Peter 1986 1989
DDR Jamaikina, Jelena 1976 1983 1986 1989
DDR Janda, Annegret 1976
DDR John, Erich 1986 1989
DDR Joswig, Wolfgang 1979 1983 1986 1989
DDR Juckel, Cosima 1976
DDR Juckel, Lothar 1983
DDR Jung, Paul 1976 1979 1986 1989
DDR Jungblut, A. 1976
DDR Junghanns, Kurt 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Junghanns, Lothar 1983 1989
DDR Jungnickel, Monika 1986
DDR Kabus, Günther 1989
DDR Kahl, Alice 1989
DDR Kanow, Ernst 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Katzig, Hans-Jürgen 1989
DDR Kästner, Andreas 1986
DDR Kästner, Veit 1989
DDR Kegler, Harald 1989
DDR Keler, Peter 1979
DDR Kelm, Martin 1976 1986 1989
DDR Kind, Gerold 1986 1989
DDR Kirchner, Franz 1979
DDR Kirsch, Anne 1989
DDR Kirsch, Hanspeter 1983 1986
DDR Kirsch, Karin 1983
DDR Kirschner, Gunter 1979 1989
DDR Klingenburg, Karl-Heinz 1986
DDR Klingenburg, Erika 1986
DDR Klopfeisch, Sabine 1989
DDR Kluge, Reiner 1986 1989
DDR Klügel, Siegfried 1983 1986
DDR Klumpp, Hermann 1979
DDR Knobloch, Günter 1989
DDR König, Ina 1983
DDR König, Wolfgang 1983 1986
DDR Köster, Heinz 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Korn, Roland 1983
DDR Korrek, Gabriele 1983 1986 1989
DDR/D Korrek, Norbert 1983 1986 1989 1992 2007
DDR Kraft, Ulrich 1989
DDR Krämer, Reinhold 1986 1989
DDR Kranz, Reinhard 1986 1989
DDR Krause, Carl 1986 1989
DDR Krause, Dieter 1979 1983
DDR Krause, Dorothea 1986
DDR Krause, Stefan 1986
DDR Krauß, Matthias 1989
DDR Krauß, Rainer 1986 1989
DDR Krauße, Joachim 1986
DDR Kremtz, Ullrich 1986 1989
DDR Krettek, Reiner 1986
DDR Kretzschmar, Horst 1979 1983 1986 1989
DDR Krey, Inge 1989
DDR Kristen, Heide-Rose 1989
DDR Kubsch, Werner 1976 1979
DDR Kuhlney, A. 1979
DDR Kühne, Lothar 1983 1986
DDR Kühne, Martin 1989
DDR Kühne, Sabine 1986
DDR Kündiger, Barbara 1986
DDR Künzel, Ebelhard 1983 1986 1989
DDR Kuhn, Rolf 1983 1986 1989
DDR Kutschke, Christine 1976 1979 1983 1986
DDR Kutschmar, Aribert 1983 1986 1989
DDR Küttner, Ludwig 1976 1979
DDR Lack, Hellfried 1983
DDR Laczny, Ursula 1986
DDR Lahnert, Hans 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Lammert, Ule 1976
DDR Lander, Karl-Heinz 1989
DDR Lange, Bärbel 1986 1989
DDR Lange, Hans 1989
DDR Lasch, Rolf 1986
DDR/D Laudel, Heidrun 1983 1986 1992
DDR Lehmann, Günther 1986
DDR Lehninger, Manfred 1986
DDR Lembcke, Kurt 1983 1986 1989
DDR Leucht, Friedrich 1989
DDR Letsch, H. 1976 1979
DDR Limberg, Jörg 1983 1986 1989
DDR/D Lindner, Gerhard 1986 1992
DDR Lindner, Heidrun 1976
DDR Lindner, Lothar 1989
DDR Lindner, Norbert
DDR Loude, Horet 1979
DDR Luckner, Peter 1989
DDR Luckner-Bien, Renate 1986
DDR Lüder, Dagmar 1983 1989
DDR Ludewig, Manfred 1986
DDR Machlitt, Ulla 1976 1979
DDR Marth, Erich 1976 1979 1983
DDR Matthes, Hubert 1979 1983 1989
DDR Matz, Volker 1989
DDR Matzke, Horst 1983 1986 1989
DDR Mauersberger, Lutz 1986
DDR Meinl, Kurt 1983
DDR Meißner, Jürgen 1979
DDR Meixner, Lutz 1986 1989
DDR Menz, Jochen 1986 1989
DDR Mertens, Hans-Norbert 1986
DDR Meter, Thomas 1989
DDR Meyer, Peter 1986 1989
DDR Michel, Horst 1976 1983
DDR Michel-Triller, Günter 1976
DDR Milde, Kurt 1983
DDR Mitsching, Werner 1983 1986
DDR/D Mönnig, Hans-Ulrich 1989 1992
DDR Mrusek, Hans-Joachim 1976
DDR Mühlemann, Mathis 1986
DDR Müller, Dieter 1983
DDR Müller, Elke 1979
DDR Müller, Ernst 1976 1979
DDR Müller, Ute 1989
DDR Musiolek, Annette 1989
DDR Musiolek, Berndt 1989
DDR Nerlich, Klaus 1983 1986 1989
DDR Nick, Harry 1989
DDR Nickel, Rainer 1986
DDR Nitsch, Walter 1986 1989
DDR Noack, Klaus-Peter 1989
DDR Nöther, Horst 1986 1989
DDR Oehlke, Horst 1976 1979 1986 1989
DDR Oette, Angelika 1976
DDR Olbrich, Harald 1976 1979
DDR Opitz, Georg 1976 1986
DDR Pach, Rainer 1986
DDR Pape, Ruth 1976
DDR Papke, Hans-Joachim
DDR Paul, Wolfgang 1976 1979 1986 1989
DDR Paulick, Richard 1976
DDR Petras, Hubert 1989
DDR Petruchat, Angelika 1989
DDR Petruschat, Jörg 1986
DDR Pfanne, Otto K. 1986
DDR Pfrogner, Ernst 1983
DDR Piechatzek, Wolfgang 1989
DDR Pietraß, Martin 1989
DDR Pietsch, Knut 1986 1989
DDR Pistorius, Elke 1986 1989
DDR Plahnert, Gerhard 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Pletat, Gerhard 1983
DDR Pötzsch, Herbert 1989
DDR Preukschat, Hans-Joachim 1986
DDR Preuss, Ingrid 1989
DDR Primus, Karin 1989
DDR Probst, Hartmut 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Probst, Ute 1979 1983 1986 1989
DDR Püschel, Konrad 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Quießer, Manfred 1986 1989
DDR Rasche, Klaus 1989
DDR Rehn, Renate 1979
DDR Reichardt, Gretel 1979
DDR Reichardt, Margaretha 1976 1983
DDR Reimann, Gisela 1986
DDR Reiß, Herlind 1979 1983 1986 1989
DDR Reißland, Joachim 1986
DDR Reuther, Iris 1983 1986 1989
DDR Rhilinger, Hajo 1989
DDR Ricken, Herbert 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Riemer, Kurt 1983 1986
DDR Rietdorf, Werner 1983 1986 1989
DDR Rietsch, Reiner 1989
DDR Röbert, Siegfried 1979 1983 1986
DDR Roch, Irene 1976 1979
DDR Röckert, Helmut 1979 1983
DDR Röder, ? 1976
DDR Roitzsch, Helmut 1989
DDR Rössger, Wolf 1979 1983 1986
DDR Rommeiß, Gisela 1986
DDR Rose, Hans-Joachim 1976 1979 1983
DDR Roßig, Waltraud 1983
DDR Rößger, Wolfgang 1976
DDR Rüdiger, Ulrike 1989
DDR Rudolf, Bernd 1983 1986 1989
DDR Rudolf, Sylvelin 1989
DDR Rudowsky, Gottfried 1986
DDR Salzmann, Dieter 1986 1989
DDR Schädlich, Christian 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Schettler, Anke 1989
DDR Schiefelbein, Hubert 1976 1979 1983
DDR Schikora, Siegfried 1986
DDR Schild, Johannes 1976 1979 1983 1989
DDR Schilling, Christiane 1983 1986
DDR Schinke, Ralf 1989
DDR Schirmer, Wolfgang 1976 1979
DDR Schleichert, Karl 1983 1986
DDR Schleiermacher, Birgit 1986
DDR Schmähling, Manfred 1979
DDR Schmidt, Dagmar 1986
DDR Schmidt, Diether 1979 1983
DDR Schmidt, Hans-Peter 1986
DDR Schmidt, Karl 1983 1986
DDR Schmidt, Reinhard 1989
DDR Schmidt, Wolfgang 1976 1986
DDR Schmidtmann, Uwe 1983
DDR Schmutzler, Wolfgang 1983 1986 1989
DDR Schneide, Horst 1989
DDR Schneider, Lutz 1986
DDR Schöbe, Lutz 1986 1989
DDR Schoder, Hans 1979 1983
DDR Scholz, Hubert 1983 1986 1989
DDR Schönemann, Heinz 1979
DDR Schubert, ? 1979
DDR Schulz, Hans-Peter 1979 1983 1986 1989
DDR Schulz, Gisela 1983 1986 1989
DDR Schulz, Joachim 1979 1983 1986 1989
DDR Schulz, Klaus-Dieter 1989
DDR Schulze, Helmut 1976
DDR Schulze, Ingrid 1976 1979 1983 1986
DDR Schulze, Wilhelm 1976
DDR Schumann, Susanne 1979
DDR Schumann, Wolfgang 1989
DDR Schuster, Horst 1986
DDR Schwanitz, Irmgard 1986
DDR Schwarzbach, Heinz 1983 1986 1989
DDR Seidel, Gottfried 1983 1986
DDR Seifert, Joachim 1976
DDR Selengk, Johanna 1989
DDR Selmanagic, Emira 1983
DDR Selmanagic, Selman 1976 1979 1983
DDR Senf, Peter 1989
DDR Seyfert, Wolfram 1989
DDR Siebenbrot, Michael 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Sieber, Klaus 1989
DDR Sieg, Elard 1989
DDR Siegel, Horst 1983 1986 1989
DDR Simon, Erhardt 1983 1986
DDR Skerl, Joachim 1976 1979 1983 1986
DDR Sommerer, Andreas 1989
DDR Sorger, Klaus 1986
DDR/D Stahr, Joachim 1976 1979 1983 1986 1989 1992
DDR Staufenbiel, Fred 1976 1979 1983 1986 1989
DDR Staufenbiel, Ursula 1979
DDR Stehle, Peter 1989
DDR Steinert, Ursula 1986 1989
DDR Stelzer, Helmut 1986
DDR Stenke, Gudrun 1976 1983 1986 1989
DDR Strahl, Fritz 1979
DDR Straßenmeier, Werner 1986 1989
DDR Strauss, Gerhard 1976
DDR Streitparth, Jörg 1983
DDR Sturm, Albrecht 1989
DDR Suckow, Michael 1989
DDR Täger, Fritz 1986 1989
DDR Tauro, Christiane 1983
DDR Teufel, Manfred 1983 1986 1989
DDR Thierbach, Tamara 1979
DDR Thomann, Klaus 1989
DDR Thöner, Wolfgang 1989
DDR Thurn, Joachim 1983
DDR Tille, Dagmar 1986
DDR Titze, ? 1976
DDR Topfstedt, Thomas 1989
DDR Trauzettel, Helmut 1979 1983 1986
DDR Ullrich, Gunter 1983
DDR Unbehau, Hans 1976 1979 1983 1986
DDR Vogel, Gerhard 1976
DDR Vogler, Angelika 1989
DDR Vogler, Sebastian 1976
DDR Voigt, Eberhard 1983
DDR Voigt, Simone 1989
DDR Wagner, R. 1986
DDR Wahl, Volker 1979 1983
DDR Walter, Norbert 1989
DDR Wartewig-Hörning, Jutta 1976 1983 1986 1989
DDR/D Weber, Olaf 1983 1986 1989 1996
DDR Weidemüller, Dagmar 1983 1986
DDR Weigel, Wolfgang 1989
DDR Weise, Rudolf 1976 1979 1983 1986
DDR Weiss, Werner 1986
DDR Weiß, Stefan 1989
DDR Welsch, Karl-Heinz 1989
DDR Wendisch, Karlheinz 1986 1989
DDR Wendt, Jürgen 1986 1989
DDR Wendt, Sabine 1986 1989
DDR Wenzel, Dana 1986
DDR Werner, Dietrich 1979 1983 1986
DDR Wetzel, Helga 1986
DDR Wiesmann, Stefan 1989
DDR Wilde, Kurt 1979 1983
DDR Wimmer, Martin 1986 1989
DDR Winkelmann, Dietmar 1989
DDR/D Winkler, Klaus-Jürgen 1976 1979 1983 1986 1989 1992
DDR/D Wirth, Hermann 1976 1979 1983 1986 1989 1992 1996
DDR Wittenberg, Thomas 1986 1989
DDR Wittwer, Bernhard 1986 1989
DDR Wohak, Eva 1979 1983 1986
DDR Wölffling, Siegfried 1976 1979 1983
DDR Worreschk, Reinhard 1989
DDR Worschetsch, Klaus 1986
DDR Zabel, Ingeborg 1989
DDR Zaglmaier, Harald 1976 1986 1989
DDR Zahrend, Rainer 1989
DDR Zechendorf, Klaus 1983 1986 1989
DDR Zimmermann, Birgit 1983 1986 1989
DDR/D Zimmermann, Gerd 1983 1986 1989 1992 1996 1999 2003 2007 2009
DDR Ziska, Jochen 1986 1989
DDR Zoels, Siegfried 1983 1986 1989
DDR Zrost, Sibylle 1979 1983 1986
Deutschland
Deutschland Althaus, Dieter 2009
Deutschland Ammon, Sabine 2009
Deutschland Bartels, Olaf 1992 1996
Deutschland Barth, Holger 1992
Deutschland Bauer, Klaus-Jürgen 1996
Deutschland Bergande, Wolfram 2013
Deutschland Bering, Kunibert 1992
Deutschland Beucke, Karl 2013
Deutschland Böhm, Wolfgang 1996
Deutschland Bottger, Till 2007
Deutschland Brans, Werner 1992
Deutschland Brasil, Daniela 2009
Deutschland Brauerhoch, Frank-Olaf 1992
Deutschland Bredella, Nathalie 2007 2009
Deutschland Cleven, Esther 2013
Deutschland Colini, Laura 2009
Deutschland Dähne, Chris 2007 2013
Deutschland de Bruyn, Gerd 2007
Deutschland de Rudder, Steffen 2009
Deutschland Degner, Andreas 2013
Deutschland Detjen, Alice 2013
Deutschland Doehler, Martta 1992 1996
Deutschland Drewelow, Michael 1992
Deutschland Durth, Werner 1992
Deutschland Düwel, Jörn 1992
Deutschland Ebert, Carola 2003
Deutschland Eckardt, Frank 2007 2009
Deutschland Engell, Lorenz 1996
Deutschland Fahle, Oliver 2007
Deutschland Faschingeder, Kristian 2009
Deutschland Feduchi, Luis 2009
Deutschland Förster, Simone 2003
Deutschland Franke, Ingmar S. 2007
Deutschland Froschauer, Eva Maria 2007
Deutschland Führ, Eduard 2007
Deutschland Gleiter, Jörg H. 1996 2007
Deutschland Grau, Oliver 2003
Deutschland Günzel, Stephan 2007
Deutschland Hanke, Hans H. 1992
Deutschland Hassenewert, Frank 1996
Deutschland Hassenpflug, Dieter 1996 1999
Deutschland Hauser, Susanne 2013
Deutschland Havelka, Zdenek 1996
Deutschland Helbrecht, Ilse 1992
Deutschland Hellberg, Lennart 1992
Deutschland Hennig, Ralf 2009
Deutschland Herding, Klaus 2003
Deutschland Hering, Stephanie 2007
Deutschland Hoekstra, Rixt 2009 2013
Deutschland Hoepner, Felix 2013
Deutschland Hoormann, Anne 1996
Deutschland Huber, Joachim 1996 2009
Deutschland Hupfer, Peter 1996
Deutschland Jachnow, Alexander 2007
Deutschland Jaeggi, Annemarie 2007
D/Österreich Jormakka, Kari 1996 2003 2007 2009
D/Italien Jung, Wolfgang 1996
Deutschland Kleine, Holger 1996
Deutschland Kosel, Gerhard 1996
Deutschland Kreibich, Rolf 1996
Deutschland Kreis, Barbara 1992
Deutschland Krieger, Peter 1996
Deutschland Kuhlmann, Dörte 1996
Deutschland Leibinger, Regine 1996
Deutschland Leitner, Birgit Maria 2007
Deutschland Lieberman, Orie 1996
Deutschland Lippert Vieira, Sandra 2009
Deutschland Mahall, Mona 2007
Deutschland Meier, Hans-Rudolf 2009
Deutschland Morris, Leslie 2003
Deutschland Müller, Michael 1992
Deutschland Noell, Mathias 2013
Deutschland Oetsch, Silke 2009
Deutschland Orawiec, Ina-Marie 1996
Deutschland Paetzold, Heinz 1999
Deutschland Pehnt, Wolfgang 2009
Deutschland Peschken, Martin 2009
Deutschland Pfeifer, Olaf 2009
Deutschland Philipp, Klaus Jan 2007
Deutschland Pisani, Salvatore 2013
Deutschland Prange, Regine 2013
Deutschland Pratschke, Margarete 2007
Deutschland Rabe, Mark 2013
Deutschland Rebentisch, Juliane 2013
Deutschland Richter, Katharina 2007 2009
Deutschland Rössler, Otto E. 1996
Deutschland Ruhl, Carsten 2013
Deutschland Sattler, Felix 2007
Deutschland Schäbitz, Sabine 1992
Deutschland Schmedding, Anne 2009
Deutschland Schmidt, Philippe 2009
Deutschland Schmuck, Felix 2013
Deutschland Schramke, Sandra 2007
Deutschland Schuldenfrei, Robin 2013
Deutschland Schürkamp, Bettina 2009
Deutschland Schweppenhäuser, Gerhard 1996
Deutschland Seel, Martin 2007
Deutschland Serbest, Asli 2007
Deutschland Siegert, Bernhard 2003
Deutschland Sierek, Karl 2007
Deutschland Springer, Sopfie 2013
Deutschland Stankievech, Charles 2013
Deutschland Steinert, Heinz 1999
Deutschland Stavagna, Michele 2007 2009
Deutschland Tillberg, Margareta 2007
Deutschland Topfstedt, Thomas 1992
Deutschland Tripodi, Lorenzo 2007
Deutschland Trüby, Stephan 2009
D/Österreich Uhl, Ottokar 1996
Deutschland Vogl, Joseph 2003
Deutschland Voigt, Wolfgang 1996
Deutschland von Beyme, Klaus 1992
Deutschland Weckherlin, Gernot 2003
Deutschland Weizmann, Ines 2013
Deutschland Welsch, Wolfgang 1996
Deutschland Werckmeister, Otto Karl 2009
Deutschland Werner, Frank R. 2007
Deutschland Wiesemann, Gabriele 1992
Deutschland Wiesling, Lambert 2007
Deutschland Wyss, Beat 2003
Deutschland Zierold, Sabine 2003 2007
Deutschland Zinsmeister, Annett 2003
Finnland
Finnland Annila, Markku 1979
Finnland Eskola, Pirkko 1983
Finnland Hurme, Taru 1989
Finnland Maula, Marna 1983
Finnland Maula, Jere 1983
Finnland Salokorpi, Asko 1983
Finnland Sarje, Kimmo 1996
Finnland Siikanen, Unto 1989
Finnland Solla, Pertti 1983 1986
Finnland Teittinen, Jouni 1989
Frankreich
Frankreich Allers, Monika 1983
Frankreich Clavei, Sylvie 1989
Frankreich Cohen, Jean-Louis 1983 1986
Frankreich de Smet, Catherine 2003
Frankreich Gallo, Emmanuelle 1986 1989
Frankreich Kopp, Anatol 1979 1986 1989
Frankreich Leppien, Jean
Frankreich Loeilett, Anne-Marie 1989
Frankreich Raymond, Anne Claire 1989
Frankreich Schnaidt, Claude 1976 1979 1983 1986 1989
Frankreich/ BRD Tochtermann, Rolf 1979
Frankreich Vitale, Elodie 1979
Griechenland
Griechenland Symeonidoi-Papadoupoulou, P. 1989
Großbritannien
Großbritannien Amhoff, Tilo 2007
Großbritannien Barkow, Frank 1996
Großbritannien Clarke, Linda 1989
Großbritannien Forty, Adrian 2003
Großbritannien Goodbun, Jon 2003
Großbritannien Hanna, John 1983 1986 1989
Großbritannien Hillier, Bill 2009
Großbritannien Kochan, Benjamin 1989
Großbritannien Rendell, Jane 2009
Großbritannien Schneider, Tatjana 2009
Großbritannien Stoppani, Teresa 2003
Großbritannien Watson, Victoria 2003
Großbritannien Wray, Tim 2003
Großbritannien Yaneva, Albena 2007
Hong Kong
Hong Kong Bolchover, Joshua 2009
Hong Kong Homsi, Eymen 2009
Hong Kong Lin, John 2009
Indien
Indien Sundaram, Ravi 1999
Irland
Irland James-Chakraborty, Kathleen 2013
Italien
Italien Aniceto, Ippatio Vito 1989
Italien Aymenino, Carlo 1979
Italien Baltzer, Nanni 2003
Italien Berlanda, Francesco 1989
Italien Dal Co, Francesco 1976 1979
Italien De Michelis, Marco 1976 1979 1983 1986 1989 1999 2007
Italien Gregotti, Vittorio 1999
Italien Kohlmeyer, Agnes 1986
Italien Malcovati, Silvia 2013
Italien Maldonando, Tomás 2009
Italien Mosso, Laura 1983
Italien Mosso, Leonardo 1983
Italien Poggi, Paola M. 1996
Italien Riboldi, Sara 2013
Italien Scimemi, Maddalena 2003
Italien Semerani, Luciano
Italien Somma, Paola 1989
Italien Stella, Franko 1983
Italien Stabenow, Jörg 2007
Italien Tafuri, Manfredo 1979
Italien Torricelli, Charlotta 2013
Italien Veroni, ? 1989
Japan
Japan Araiwa, Takaaki 1989
Japan Karatani, Kojin 2003
Japan Ishiyama, Osamu 2007
Japan Isozaki, Arata 2007
Japan Ito, Toyo M.A. 1996
Japan Maki, Fumihiko 1996
Japan Morikawa, Kachiro 2007
Japan Wadweka, Anand Jayant 2009
Japan Yatsuka, Hajime 1999
Jugoslawien
Jugoslawien Koscevic, Zelimir 1986
Kanada
Kanada (Fr) Carpo, Mario 2003 2007
Kanada de Kerckhove, Kerrick 2007
Kanada Spanihel, Siglinde 1983
Kapverden
Kapverden Lopes, Pedro 1986
Kuba
Kuba Espin Guillois, Iván 1986
Kuba Guiterrez, Tania 1989
Kuba López de León, Elmer 1983
Luxemburg 1983
Luxemburg Weber, Joseph 1989
Malaysia
Malaysia Shu-Yeng Chung, Simone 2003
Mosambik
Mosambik Quadros, Carlos 1983
Neuseeland
Neuseeland Danielmeier, Tobias 2009
Niederlande
Niederlande Bos, Caroline 2013
Niederlande Brodrück, Ralph 2009
Niederlande de Roode, Ingeborg 1986 1989 1992
Niederlande Graafland, Arie D. 1996 2003 2007
Niederlande Hauptmann, Deborah 2003
Niederlande Kavanaugh, Leslie 2007 2009
Niederlande Kras, Reyer Jan 1986 1989
Niederlande Mota, Nelson 2013
Niederlande Schrijver, Lara 2009
Niederlande Tzonis, Alexander 2007
Niederlande van Toorn, Roemer 2007
Norwegien
Norwegien Volle, Wench 2013
Oman
Oman Mandour, M. Alaa 2009
Österreich
Österreich Böck, Ingrid 2007 2009
Österreich Czech, Hermann 2009
Österreich Ginelli, Anatol 1983
Österreich Haiko, Peter 1983
Österreich Hoffmann, Hubert 1983 1986 1989
Österreich Köb, Roland 1996
Österreich Krasny, Elke 1996
Österreich Lefaivre, Liane 2007
Österreich Mang, Karl 1989
Österreich Pollak, Sabine 1996
Österreich Quiroga, Grace 2009
Österreich Rapp, Christian 1996
Österreich Reissberger, M. 1983
Österreich Schütte-Lihotzky, M. 1986
Österreich Schwarz, Ullrich 2007
Österreich Sommer, Degenhard 1989
Österreich Stöcklmayr, Nicole 2009
Österreich Weber, Fritz 1983
Österreich Wilhelm, Karin 1992 1996 2009
Polen
Polen Galkowski, Andrzej 1989
Polen Goldzamt, Edmund 1976 1979 1983 1986 1989
Polen Grabowska-Paletcka, Hanna 1992
Polen Gunaris, Zofia 1983
Polen Lisowski, Bohdan 1983 1986
Polen Maszkiewicz, Tadeusz 1979 1983 1986 1989
Polen Mieszkowski, Zygmunt 1986
Polen Niemczyk, Ernest 1986
Polen Nowakowski, Maciej 1989
Polen Podolak, Slavomir 1989
Polen Trautsolt-Kleyff, Krystyna 1986
Polen Syrkus, Helena 1979
Polen Zemla, Stefan 1989
Schottland
Schottland Tseng, Ching-Pin 2007
Schottland Islami, S. Yahya 2007
Schweden
Schweden Björkman, Bengt 1989
Schweden Gräff, Erwin 1989
Schweden Mattsson, Ursel 1989
Schweiz
Schweiz Aniceto-Meyer, Liselotte 1989
Schweiz Bill, Max 1976 1983 1989
Schweiz Corboz, André 1983
Schweiz Frei, Hans 1989
Schweiz Gubler, Jacques 1989
Schweiz Heidt, Katrin 2003
Schweiz Hofer, Stefan 1989
Schweiz Huber, Verena 1989
Schweiz Hug-Moholy-Nagy, Hattula
Schweiz Itten, Anneliese 1979
Schweiz Janser, Andres 2003
Schweiz Koch, Michael 1986 1989
Schweiz Kohler, Niklaus 1989
Schweiz Meyer, Claudine 1989
Schweiz Meyer-Bergner, Lena
Schweiz Molzahn, ? 1979
Schweiz Moravánsky, Ákos 1999 2013
Schweiz Mühlestein, Erwin 1989
Schweiz Schmied, Roger 1989
Schweiz Schmied, Ronald 1989
Schweiz Schützeichel, Rainer 2013
Schweiz Stadler-Stölzel, Gunta
Schweiz Suter, Ursula 1989
Schweiz Thomas, Angela 1989
Schweiz Ursprung, Philipp 2007 2009
Schweiz Vogt, Adolf Max 1983
Schweiz von Moos, Stanislaus 1999 2003
Schweiz Zuppinger, Urs 1989
Singapur
Singapur Siew-Wai Lim, William 1999
Spanien
Spanien de Solà-Morales, Ignasi 1999
Spanien Ortega Sanz, Yolanda 2009
Spanien Perez, Arroyo S. 1983
Spanien Prieto, Maria 2009
Südafrika
Südafrika Judin, Hilton 1999
Syrien
Syrien Akili, Taher 1986
Syrien Mouhanna, Ziad 1989
Türkei
Türkei Akis, Tonguç 2007
Türkei Boztepe, Uygar 2013
Tschechien
Tschechien Halik, Pavel 1992
Tschechien Kratochvil, Petr 2003
UdSSR
UdSSR Abramauskas, S. 1979
UdSSR Aronov, Vladimir 1983
UdSSR Balachow, Oleg 1983
UdSSR Belostockaja, F.Ja 1976
UdSSR Chait, Wladimir Lwowitsch 1989
UdSSR Chan-Magomedov, S.O.
UdSSR/Russl. Demjanow, Leonid 1983 1986 1989 1996
UdSSR Genezaretzki, ? 1989
UdSSR Gurianova, Galina 1986
UdSSR Ikonnikow, Andrey W. 1983 1989
UdSSR Jakovlevas-Mateckis, Konstantinas 1989
UdSSR Kastel, Igor 1983
UdSSR Kelschalsew, ? 1976
UdSSR Kim, Nikolai Nikolaj 1979
UdSSR Kim, Warwara Segreewna 1979
UdSSR Kokkonaki, I. W. 1989
UdSSR Komarowa, Lidija K. 1979 1983
UdSSR Krajewski, Max 1976
UdSSR Kudrjawzew, Alexander P. 1979 1986
UdSSR Lebedew, Juri S. 1986
UdSSR Melodinski 1989
UdSSR Michailnow, Sergej 1989
UdSSR Molochalzew, ?
UdSSR Muljar, Leonid Ch. 1986
UdSSR Naginskaja, Walja 1986
UdSSR Nagornaja, Ingrid 1979 1983 1989
UdSSR Owsjanikowa, Elena 1989
UdSSR Pawlow, Leonid L. 1983 1989
UdSSR Predtetschentskj, V.M. 1976
UdSSR Pilens, Uldis 1983
UdSSR Rafalowitsch, Igor 1989
UdSSR Reusow, Wladimir 1989
UdSSR Shadowa, Larissa A. 1979
UdSSR Schewzow, Konstantin 1979
UdSSR Schischkow, ? 1989
UdSSR Sokolow, Julij 1979
UdSSR Spelskis, Antanas 1976 1979 1983
UdSSR Starikow, Alexander 1989
UdSSR Stepanow, Alexander 1983
UdSSR Stepanov, Vjatscheslav 1989
UdSSR Sulimenko, Sergej 1989
UdSSR Tolziner, Philipp M. 1979
UdSSR Torkatjuk, Wladimir 1989
UdSSR Woltschok, Juri 1986
Ungarn
Ungarn Baikay-Rosch, Eva 1986
Ungarn Böhönyey, Janos 1986 1989
Ungarn Ernyey, Gyula 1986
Ungarn Freivogel, Gabor 1986
Ungarn Gábor, Eszter 1983
Ungarn Horvath-Sipos, Susanne 1989
Ungarn Horvath-Sipos, Edith 1976 1983 1986
Ungarn Jozsef, Denes 1989
Ungarn Kiss, Tibor 1979 1983 1986
Ungarn Kleinseisel, Janos 1989
Ungarn Körner, Eva 1983
Ungarn Lantos, Ferene 1979
Ungarn Pap-Haulisch, Lenke 1986 1989
Ungarn Pap, Gyula 1979
Ungarn Pap, ? 1979
USA
USA Aach, Doris 1983
USA Aach, Herb 1983
USA Adams, Samuel 2013
USA Akcan, Esra 2013
USA Allen, Stan 1996
USA Allner, Walter 1979 1983 1986 1989
USA Anderson, Stanford 2009
USA Angelidou, Ioanna 2013
USA Baird, George 2003
USA Barry, Kristin M. 2013
USA Bayer, Herbert
USA Boyer, M. Christine 2009
USA Bredendieck, Hin 1983
USA Bredendieck, Karl-Josef 1983
USA Colomina, Beatriz 2003 2013
USA de Costa Meyer, Esther 2013
USA Dubbeldam, Winka 1996
USA Easterling, Keller 2009
USA Edmiston, Jeremy 1996
USA Esse, Katherine 1989
USA Fabricius, Daniela 2013
USA Finger, Anke 2013
USA Fischer, Ole W. 2007 2013
USA Fitzsimons, J. Kent 2003
USA Forster, Kurt W. 2007
USA Gamble, M. Eric 2003
USA Gleye, Paul 1989
USA Godel, Addison 2009
USA Graf, Douglas 1996 2009
USA Harding, Annelise 1983
USA Harwood, John 2013
USA Hays, K. Michael 1999 2007
USA Isaacs, Reginard 1986
USA Jameson, Fredric R. 1999
USA Jencks, Charles 1992
USA Kiyak, Acalya 2003
USA Koss, Juliet 2013
USA Kuenzli, Katherine 2013
USA (BRD) Kunz, Lucy 1986
USA (Schweiz) Langer, Bernhard 2003 2007
USA Lavin, Sylvia 2007
USA Maciouika, John V. 2013
USA Mallgrave, Harry Francis 2007
USA Meister, Anna-Maria 2013
USA Mitchell, W. J. T. 2007
USA Morris, Marc 1996
USA Naegele, Daniel 2003
USA Narath, Albert 2009
USA Nisbet, Peter 1986
USA Ockman, Joan 2003
USA Papapetros, Spyros 2013
USA Pearlman, Judith 1986
USA Petit, Emmanuel J. 2003
USA Picon, Antoine 2003
USA Pozzi, Clelia 2013
USA Raulet, Gérard 1999
USA Ridler, Morgan 2013
USA Rocker, Ingeborg M. 2007
USA Rykwert, Joseph 2003
USA (GB) Sassen, Saskia 1999
USA Shusterman, Richard 2009
USA Siepl-Coates, Susanne 1989
USA Singh, Rupinder 2003
USA Speaks, Michael 1999 2009
USA Tilder, Lisa 2003
USA Vidler, Anthony 2003
USA Welsch, Celina R. 1992
USA Welter, Volker M. 2013
USA Whiting, Sarah 2009
USA Williams, Alena 2007
USA Yusaf, Shundana 2013
USA Zarzycki, Andrzej 2007
Vietnam
Vietnam Nguyen Khao Tiem 1983
Vietnam Nguyen Manh Thu 1983
Vietnam Nguyen Tien Buu 1983
Vietnam Pham Ngoc Dang 1983
Vietnam Tran But 1983
Vietnam Tran Tat Dat 1983
Vietnam Vo Tien An 1983
Zypern
Zypern Bargilly, Marcos A. 1986